Brauerei Grieskirchen steht vor der Insolvenz

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Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 17.09.2020 15:30 Uhr

GRIESKIRCHEN. In der Brauerei Grieskirchen braut sich etwas zusammen. Zum Leidwesen von Biertrinkern und vor allem der Mitarbeiter des Traditionsbetriebes handelt es sich dieses Mal nicht um eine neue Biersorte sondern um ein bevorstehendes Insolvenzverfahren.

Finstere Zeiten für Grieskirchner Bier: Massive Umsatzeinbrüche während der Corona-Krise und der Schließung der Gastronomiebetriebe sowie Altlasten gaben den Ausschlag für diesen Schritt die Brauerei in ein Sanierungsverfahren zu geleiten. Wie die Oberösterreichischen Nachrichten berichten, soll das Unternehmen bereits seinen Mitarbeitern die Augustlöhne säumig sein. Es brauche massive Umstrukturierungen, heißt es von Brauerei-Eigentümer Marcus Mautner Markhof. Man wolle das Unternehmen wieder auf gesunde Beine stellen. 2018 soll der Bilanzverlust 877.000 Euro betragen haben, das Eigenkapital war negativ.

Tips: Herr Mautner Markhof, was bedeutet eine Insolvenz für die Grieskirchner Brauerei?

Marcus Mautner Markhof: Wir reden von einer Sanierung, das heißt wir wollen durch dieses Verfahren wieder gesund, stark und kräftig werden. Genau das steckt im Wort „sanieren“. Dazu werden einige Maßnahmen erforderlich sein. Welche konkreten Maßnahmen das sein werden, können wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen. Wir sind aber sehr zuversichtlich, gute Ansätze zu haben.

Tips: Was sind die genauen Gründe für das Sanierungsverfahren?

Mautner Markhof: Massiver Umsatzeinbruch. Die Corona-Pandemie ist nicht als Gegenwind, sondern als Tsunamie dahergekommen. Eine Naturgewalt, die die Weltwirtschaft durcheinander wirbelt. Und das noch dazu über Nacht. Wir – und unzählige andere Unternehmen – kämpfen seitdem mit massiven Umsatzeinbrüchen, die kostenseitig unmöglich in kurzer Zeit wettgemacht werden können.  

Tips: Wie geht es mit der Brauerei weiter? Was bedeutet es „sich auf gesunde Beine“ zu stellen?

Mautner Markhof: Ziel der Sanierung ist, trotz eines Umsatzrückgangs von 20 bis 30 Prozent wieder in die profitable Zone zu kommen – dieses Szenario wird uns in den nächsten ein bis zwei Jahren begleiten.

Tips: Wird es zu Mitarbeiterabbau kommen?

Mautner Markhof: Das ist nicht auszuschließen – hängt aber von den Maßnahmen ab, die ergriffen werden. Zum aktuellen Zeitpunkt arbeiten wir an verschiedenen Szenarien; eine Entscheidung wird erst später gefällt werden.

Tips: Was passiert, wenn die Brauerei trotz des Insolvenzantrages nicht zu retten ist? Steht ein möglicher Verkauf im Raum?

Mautner Markhof: Über diese Frage denke ich erst dann nach, wenn gar nichts mehr geht und ich bis zum letzten Blutstropfen dafür gekämpft habe, ein gesundes Unternehmen zu haben. Mein Blick ist jetzt einzig und alleine auf die Sanierung – die Gesundung – der Brauerei gerichtet. Mein größter Wunsch ist, dass die Menschen im Landl Regionalität leben und jemanden unterstützen, dem es gerade nicht so gut geht – sprich:  „Trinkt Bier der Brauerei Grieskirchen.

 

Biertradition seit 1708

Das Bier hat in der Bezirkshauptstadt Grieskirchen eine lange Tradition. Erstmals wurde die Brauerei 1708 erwähnt. Im August 2013 übernahm der Unternehmer Marcus Mautner Markhof die Brauerei und startete somit eine weitere Ära in der Brauereigeschichte. Aushängeschild der Grieskirchner Brauerei ist das Grieskirchner Pils. Zuletzt hatte das Unternehmen mit neuen Biersorten wie der Hopfenfrische, einem Dosenbier, sowie dem Landlbier innerhalb kürzester Zeit zwei neue Biersorten kreiert. 

 

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