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SCHLÜSSLBERG. Im vergangenen Jahr schloss die Sparkasse ihre Filiale in Schlüßlberg. Damit die Bürger weiterhin Bargeld abheben können, in­stallierte die SPÖ ein Bargeldservice am Gemeindeamt. Die ÖVP kritisiert die Vorgehensweise und ärgert sich, dass ihre Lösung nicht aufgegriffen wurde. Tips sprach exklusiv mit den Vertretern beider Parteien.

  1 / 2   SPÖ-Bürgermeister Klaus Höllerl verteidigt vor allem aus Kostengründen das ins Leben gerufene Bargeld-Service am Gemeindeamt. (Foto: SPÖ)

Bürgermeister Klaus Höllerl (SPÖ) zeigt sich zufrieden über die nun geschaffene Möglichkeit, am Gemeindeamt Bargeld abheben zu können. Der Sozialdemokrat sieht darin eine „annehmbare Alternative“ zu einem aus seiner Sicht kostenintensiveren Bankomaten. Auf der Gemeinde können die Leute Bargeld abheben, ohne dass für die Gemeinde extra Versicherungs- oder Mietkosten für einen Bankomaten anfallen, betont Höllerl. Denn es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, eine Bank zu ersetzen und deren Aufgaben zu übernehmen, verteidigt der Ortschef diese Lösung.

Wiesinger-Mayr (ÖVP) sieht keine adäquate Lösung

Das sieht Vizebürgermeister Alex­ander Wiesinger-Mayr von der ÖVP anders, vor allem das Verhalten des Bürgermeisters stößt ihm sauer auf. Man habe den roten Ortschef im Februar des vergangenen Jahres nach dem Zusperren der Sparkassen-Filiale bereits auf die Problematik hingewiesen und ihm einen Kontakt für eine Bankomat-Beschaffung hergestellt. Doch Höllerl habe nicht darauf reagiert und präsentiere jetzt eine „Übergangslösung als Ersatz für einen vollwertigen und zu jeder Uhrzeit verfügbaren Bankomaten“, ärgert sich der Obmann der Schlüßlberger Volkspartei, Alexander Wiesinger-Mayr. Es gehe nicht nur darum, einen Service für die Bürger sicherzustellen, sondern den Ort zu beleben, den Standort zu attraktivieren sowie Leerstände zu nutzen. Dabei fehle dem Bürgermeister die Sicht auf das große Ganze, so der Vorwurf.

SPÖ kippte Beschluss des Gemeindevorstandes

Die ÖVP habe einen Vertrag mit einem externen Bankomat-Betreiber ausgehandelt, bei dem die ersten sechs Nutzungs-Monate kostenlos wären, bevor ein Sonderkündigungsrecht in Kraft treten würde, falls für die Gemeinde zu hohe Kosten entstehen würden. Den Beschluss für diesen Vertrag hat der Gemeindevorstand Anfang März mit einer ÖVP-Mehrheit gefasst, bevor dieser zwei Wochen später bei der Gemeinderatssitzung im Zuge eines Dringlichkeitsantrages von Höllerl rückgängig gemacht wurde.

VP spricht von „sehr bedenklichem Vorgang“

„Eineinhalb Jahre keine Lösung zustande zu bringen und dann einen fertigen Beschluss zu stoppen, halte ich für sehr bedenklich – vor allem auch den Umgang mit diesem Gremium (Gemeindevorstand, Anm.)“, zeigt sich Wiesinger-Mayr verärgert.

Höllerl möchte Diskussion mit allen Fraktionen führen

Bürgermeister Klaus Höllerl sagt, dass er eine Diskussion unter allen Fraktionen haben möchte und nicht nur im Gemeindevorstand, wo die ÖVP eine Mehrheit hat. Die Entscheidung, den Beschluss rückgängig zu machen, begründet der Sozialdemokrat mit einem möglichst sparsamen Umgang mit dem Steuergeld, zu dem man als Bürgermeister angehalten sei. „Beim Vorschlag der ÖVP sind 2.500 Behebungen pro Monat nötig, damit sich das rentiert“, betont der Rote und rechnet dabei vor, dass sich das nicht ausgehen würde und ein Verlustgeschäft wäre. Die Schwarzen können dem finanziellen Argument generell wenig abgewinnen, denn schließlich sei das Gemeindebudget für die Bürger da, so die VP.

Bürgermeister: „Nicht die beste Lösung“

Klaus Höllerl sieht diese Serviceleistung jedoch primär bei den Banken angesiedelt und möchte weiter probieren, diese nach Schlüßlberg zu bekommen. Er gibt zu, dass „die gefundene Lösung nicht die beste ist. Doch sie bietet den Bürgern die Möglichkeit, an Bargeld zu kommen, ohne dafür ins Auto steigen zu müssen.“


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