Bei der Kerzengestaltung ist Geduld gefragt: Alles von Hand geformt
KOTTINGNONDORF. Am Anfang sind es großflächige Wachsplatten, am Ende kleine, zart geformte Buchstaben, die eine Kerzen zieren. Wer jetzt denkt, das passiere maschinell, der irrt. Rosina Eßmeister erledigt das alles von Hand.

„Ich bin eine Geduldige, und ärgere mich nicht, wenn mal etwas nicht gleich auf Anhieb klappt“, meint Rosina Eßmeister lächelnd, während sie das Lineal ganz knapp an die rote Wachsplatte hält, um davon einen zarten Streifen mithilfe eines Wachsschneiders abzutrennen. Diese füllfederähnliche Arbeitshilfe hat sie übrigens schon, seitdem sie denken kann. Ob ein solcher heute noch erhältlich ist? - Rosina ist sich nicht sicher.
In einem nächsten Schritt schneidet sie ein Stück vom Streifen ab, um daraus geschickt ein „e“ zu formen. Für den Betrachter wirkt es wie ein mühsames Prozedere, für Rosina Eßmeister ist es das schönste Hobby überhaupt, eines, das sie schon seit ihrer Jugend begleitet.
„Ich mache das wirklich gerne, überhaupt wenn ich dann das Ergebnis sehe, habe ich eine richtige Freude“, strahlt die 79-Jährige. Neben viel Geduld sind gute Augen und eine ruhige Hand gefragt.
Die Herausforderung: Alle vorgeformten Buchstaben sollten gleich groß sein und im selben Abstand platziert werden. Auch derselbe Zeilenabstand sollte gewahrt werden, um am Ende einen sehr guten optischen Gesamteindruck zu erreichen. Auf das legt Frau Essmeister großen Wert.
Über 20 Wachsbücher hat sie bereits verziert und weit über 100 Kerzen in allen Formen und Farben eine eigene Handschrift verliehen. Die schönste Freude ist jener Moment, wenn sie die gelungene Kerze oder das verzierte Buch weiterschenken kann. „Es ist ein ewiges Andenken“, in dem viele Arbeitsstunden und viel Liebe zum Detail stecken.


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