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Leserartikel Eva Leutgeb, 11.05.2020 08:55

GROSS GERUNGS. Markus Kienast hat mit seinem Team die zweite österreichische Atemschutzmaske mit Zulassung für den medizinischen Gebrauch entwickelt. „Wir haben das Projekt begonnen, um jeden unserer Bürger mit einer wirksamen Atemschutzmaske auszustatten - mit effektivem Schutz vor Covid19“, berichtet Kienast. Auch die Ärzteschaft, die mehrfach ihren Versorgungsnotstand kundtat, hatte man dabei im Auge.

Masken aus der heimischen Produktion. Foto: Kienast
Masken aus der heimischen Produktion. Foto: Kienast

„Darum haben wir von Anfang an auf zertifiziertes Filtermaterial mit 95 Prozent Abscheidegrad gesetzt. So konnten wir uns auch schon vor Prüfung und Zertifizierung der Masken sicher sein, dass die Träger ausreichend geschützt sind und unsere Ärzte im Notfall versorgt wären“, sagt Kienast. Nun ist es offiziell - die neu entwickelte Maske mit der Bezeichnung TK-CPA-001 wurde vom ÖTI als Corona-Pandemie-Atemschutzmaske (CPA) für den medizinischen Gebrauch zugelassen. Die CPA-Zertifizierung bescheinigt, dass die Maske mindestens die FFP2-Filterkriterien erfüllt, verzichtet aber auf ein paar Kennzeichnungspflichten, damit österreichische Masken schneller auf den Markt gebracht werden können.

Heimische Produktion

Auch hinsichtlich der Produktion hat man sich Gedanken gemacht, wie man mit dem Projekt die negativen Auswirkungen der Corona-Krise ein wenig abfedern kann. Die Masken werden in Lizenz von niederösterreichischen Betrieben gefertigt, und bei der Kalkulation steht nicht der niedrigste Stücklohn, sondern der soziale Aspekt im Vordergrund. „Möglichst viele Unternehmen sollen von dieser österreichischen Wertschöpfung profitieren. Wir verstehen die Initiative auch als Wirtschaftsförderungsprojekt für die Krisenzeit“, so Kienast. Den Vertrieb übernimmt die Trickkiste KG, die bisher in der Softwareentwicklung für TV-Sender tätig war.

Initiative mit der Wirtschaftskammer

Unterstützt wurde die Initiative unter anderem von der Wirtschaftskammer NÖ, die der Trickkiste KG ermöglicht hat, ihr Projekt den niederösterreichischen Schneiderei-Betrieben vorzustellen, um diese als Produktionspartner gewinnen zu können. 70 Betriebe haben sich bereits gemeldet, und es werden täglich mehr. Die Atemschutzmaske mit der Produktbezeichnung TK-CPA-001 ist auch über den Online Shop der Bundesbeschaffungs GmbH erhältlich. Auch Kindergrößen können auf Anfrage gefertigt werden. Die Maske ist durch ihre außerordentlich große Filterfläche besonders für ein ganztägiges Tragen und für Personen mit Lungenproblemen geeignet.

Schutzvisier für Brillenträger

An weiteren Masken, Schutzvisieren und Schutzkleidung speziell auch vor dem Hintergrund verschärfter Auflagen für Gewerbebetriebe wird derzeit fieberhaft gearbeitet, für mehrere Entwicklungen wurden bereits Patente beantragt. Das nächste Produkt in der Pipeline ist ein Schutzvisier für Brillenträger.


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