Erhalt des NEF-Stützpunktes gefeiert: „Es hat hier eine Revolution gegeben“
GROSS GERUNGS. „Heute feiern wir die Fortführung des NEF (Notarzteinsatzfahrzeug) Groß Gerungs“, freut sich der Obmann des örtlichen Samariterbundes, Peter Weber, der am Sonntag, 2. April zu einem kleinen Empfang in die Dienststelle lud. Denn der Erhalt des Stützpunktes war – vor dem Hintergrund der Neuordnung der Notarztversorgung – lange Zeit ungewiss. Heute ist sicher: Der Standort Groß Gerungs bleibt bestehen, unter der Voraussetzung, dass der Notruf 141 betrieben wird.

Mit 1. April 2017 wurde das Notarzteinsatzfahrzeug des Samariterbundes (ASBÖ) Groß Gerungs auf das System „NEF 141“ umgestellt, am Sonntag, 2. April fand die offizielle „Dienstübergabe“ statt. Im Rahmen eines ungezwungenen Empfangs am 2. April, sprach Weber allen Beteiligten seinen Dank aus.
Tappte lange Zeit im Dunkeln
Denn eine kleine Odyssee liegt hinter ihnen: Rund um diese Neuordnung der Notarztversorgung kursierte im Frühjahr 2016 in der westlichen Region des Waldviertels die große Sorge, dass die fünf Stützpunkte der Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) auf mindestens zwei reduziert werden könnten, so auch jener in Groß Gerungs. Effizienz und Einsparungen sollten dadurch erreicht werden, so hieß es. Mit einer groß angelegten Petition von insgesamt neun Bürgermeistern sowie der Bevölkerung und heftigstem Protest trat man dem im April 2016 entgegen.
Lange Zeit tappte man im Dunkeln, bis Bürgermeister Maximilian Igelsböck (VP) am 5. Dezember 2016 in St. Pölten von der Schließung des Gerungser Stützpunktes erfuhr. Der Plan sah eine Zusammenlegung mit dem Standort Zwettl vor. „Ich habe mich dort maßlos aufgeregt“, Gesundheit sei doch das wichtigste Gut, so Bürgermeister Igelsböck. „Wenn das Einsatzfahrzeug in Zwettl steht, sind wir genau die fünf Prozent, die nicht erreicht werden können“, bezieht er sich auf die Ausschreibung des Landes rund um die Neuordnung, die vorsieht, dass 95 Prozent der Bevölkerung innerhalb von 20 Minuten von den Stützpunkten aus erreichbar sein müssen.
Lösung: NEF 141
Einige Telefonkonferenzen später, schien es eine Lösung zu geben und diese hieß NEF 141. Der Stützpunkt im Waldviertler Hochland wird weiterbestehen, mit der Auflage, dass der Notruf 141 (NÖ Ärztedienst) betrieben werden muss. Damit können auch außerhalb der ortsüblichen Ordinationszeiten (in den Nachtstunden oder am Wochenende) praktische Ärzte zum Hausbesuch gerufen werden. Obmann Peter Weber spricht diesbezüglich von einer „großen Aufwertung für die Region“, auch wenn anfängliche Skepsis herrschte, denn die Einsatzzahlen werden steigen, das ursprüngliche Problem des Ärztemangels sei aber nicht besser geworden.
„Ein Sturm im Wasserglas“
Kurz darauf, im Dezember 2016, wurde es schließlich öffentlich: Alle 32 bestehenden Standorte werden über die Vertragslaufzeit weiter betrieben. Bürgermeister Igelsböck: „Es hat hier eine Revolution gegeben.“ Aber zuerst mache man viel Wirbel und dann bleibe alles beim Alten, spricht er die, wie er vermutet, kostspielige Ausschreibung an. ASBÖ-Landesfinanzreferent Werner Füzer tönt in dasselbe Horn: „Das hätten wir uns sparen können, im Endeffekt war es ein Sturm im Wasserglas.“
Im Zuge der kleinen Feier auf der Dienststelle in Groß Gerungs zeigte man sich aber erleichtert. Denn: „Gesundheit darf nicht einfach auf die Einsatzstatistik heruntergerechnet werden“, betont Weber, der sich nochmals ausdrücklich bei Igelsböck bedankte, „ohne deine Unterstützung wäre ich mir nicht sicher, ob wir das geschafft hätten.“
Pünktlich am 1. April rückte der NEF 141 in Groß Gerungs übrigens zum ersten Einsatz aus. „Wir sind guter Dinge, dass wir die Ärzte da halten können und sind uns sicher, dass es uns in zehn Jahren noch geben wird“, zeigt sich Weber abschließend optimistisch.


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