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Alpakaflüsterin Marty McGee Bennett als Referentin am Alpakahof Manada de Sana

Leserartikel Eva Leutgeb, 05.08.2019 08:00

KLEIN WETZLES. Die in Florida lebende Marty McGee ist eine Koryphäe zum Thema Alpakas und weltweit als Alpakaflüsterin bekannt. Vor kurzem war sie als Referentin am Alpakahof Manada de Sana von Tierärztin Alexandra Gergely zu Gast.

  1 / 2   Das kleine Alpaka am Bild wurde einen Tag zuvor geboren und lebt am Alpakahof Manada de Sana in Klein Wetzles

Am Hof Manada de Sana in Klein Wetzles fühlen sich die Alpakas wohl. 29 Tiere leben auf einem großzügigen Gelände. Das Jüngste ist gerade einmal einen Tag alt und hat Lebensfreude pur, probiert noch etwas tollpatschig mit einigen Bruchlandungen das Laufen und Springen aus. „Alpakas sind absolute Herdentiere“, sagt die Tierärztin. Für Alexandra Gergely ist die Alpakaflüsterin die Beste, was den Um- und Zugang zu den Lamas und Alpakas betrifft. Das Seminar war mit 30 Teilnehmern völlig ausgebucht. „Ich hätte es zweimal verkaufen können“, sagt die Tierärztin.

Seminar Camelidynamics

Eines vorweg: Marty McGee ist es wichtig zu wissen, dass diese Tiere keine Kuscheltiere sind. Eine gesunde Beziehung zu Alpakas ist, trotzdem Distanz zu halten. Das liegt einfach in der Natur dieser Kamelform, auch wenn ihr flauschiges Aussehen mit den großen Kulleraugen dazu verleitet, sie wie einen Teddybären zu behandeln.In ihrem Seminar „Camelidynamics“ erklärt Marty McGee auf Grundlage von Körperarbeit durch sanfte Berührungen, wie man Tiere in Balance halten kann und damit sie das tun, was wir von ihnen wollen. „Wir begegnen anderen Kreaturen und haben das Gefühl, dass wir als Mensch darüber stehen und verhalten uns deswegen dominant gegenüber dem Tier“, sagt Marty McGee. Mit dieser Aussage kommt man zum wesentlichen Kern, den die Expertin unterrichtet. Ein typischer Weg sei es, Alpakas festzuhalten, vor allem wenn es um medizinische Behandlungen wie Impfen, Halftern oder Hufe schneiden geht. Es kommt schon einmal vor, dass Besitzer zu weinen beginnen, weil sich das eigene Tier nach einem Seminar plötzlich positiv verändert sehen. In diesen Seminaren lernen Leute den richtigen Umgang mit dem flauschigen Wollknäuel, nämlich vorsichtig und respektvoll gegenüberzutreten. Damit schafft man eine Win-win-Situation, die für beide Seiten Vorteile bringt, weil alles in Harmonie verläuft.Als Vortragende erklärt Marty McGee das Tierverhalten und warum sie das tun, was sie tun und wie sich Menschen dann verhalten sollen, damit die Tiere kooperieren. Mit der Gestaltung des Umfeldes wie mit Zäunen und Treibwegen findet man ebenso einen Weg, die Tiere zu beeinflussen. Anhand von Attrappen werden Seminarteilnehmer vorerst gelehrt, wie man richtig halftert und hält, bevor man dieses am lebenden Alpaka ausübt. Die Pflege, Haltung, richtiges Einfangen der Tiere, Vertrauen gewinnen, einfache Kommandos geben, sich im Stehen scheren lassen und Herdenmanagement, all das und vieles mehr lernt man bei Marty McGee.

Charakter und Nutzen

Den Charakter der Alpakas beschreibt Marty McGee als scheu, intelligent und sie müssen sich sicher fühlen, um klar denken zu können. „Sie ticken eher wie Katzen, nicht wie Hunde“, sagt sie. Alpakas können an die 20 bis 23 Jahre alt werden. Nach einer Tragezeit von elf Monaten bekommt ein Alpaka ein Junges. Hauptsächlich werden sie wegen ihrer Wolle gezüchtet. Sie werden mitunter auch als Therapietiere verwendet. In Südamerika sind sie aber auch wegen ihres Fleisches beliebt. Das Alpaka bevorzugt ein eher trockenes Klima. Im Waldviertel fühlen sie sich genauso wohl.

Liebe auf den ersten Blick

Vor 35 Jahren hat Marty McGee begonnen Lamas und Alpakas zu züchten und zu halten. Damals hat McGee Lama-Wolle gesponnen und war auf der Suche nach Alternativen. Als sie das erste Mal ein Alpaka-Foto in der Hand hielt, war es so etwas wie „Liebe auf den ersten Blick“. Mittlerweile ist die Alpakaflüsterin rund um den Globus bekannt und unterrichtet in Australien, Neuseeland, Südamerika, vielen europäischen Ländern sowie in sämtlichen Staaten Amerikas. Zum Abschluss liegt Marty McGee noch etwas am Herzen, was nicht nur von Mensch zu Mensch gilt: „Wir sollten die Tiere so behandeln, wie wir uns wünschen behandelt zu werden“.<


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