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REGION STEYR. Immer weniger junge Erwachsene leben im ländlichen Raum. Um entgegenzusteuern, braucht es attraktive Arbeitsplätze, Wohnraum, eine gute Infrastruktur und Freizeitangebote.

Für die Ausbildung verlassen viele junge Erwachsene die ländlichen Gemeinden. Foto: Wodicka
Für die Ausbildung verlassen viele junge Erwachsene die ländlichen Gemeinden. Foto: Wodicka

2040 wird bereits jeder Dritte über 65 Jahre alt sein. Mit dem Trend, dass es die Jungen in die Stadt zieht, hat in der Region Steyr in den letzten Jahren vor allem das Ennstal zu kämpfen. Deshalb haben sich die acht Gemeinden Gaflenz, Großraming, Laussa, Losenstein, Maria Neustift, Reichraming, Ternberg und Weyer auf Initiative der Wirtschaftskammer Steyr-Land zum Projekt „Lebensraum Ennstal“ zusammengeschlossen. Laufend werden Aktivitäten gesetzt, um dem Trend entgegenzuwirken.

Eigene Währung

Viermal im Jahr erscheint das Magazin „Da will ich sein“, alle zwei Jahre finden die Ennstaler Gewerbetage statt. Gezielte Schulprojekte und Lehrlingsinitiativen laden Jugendliche dazu ein, Berufswege, die direkt vor Ort und auch in Zukunft gegangen werden können, kennenzulernen. Außerdem wurde die Regionalwährung „EnnsTaler“ geschaffen, um die Kaufkraft in den acht Gemeinden zu halten.

Vier Hauptfaktoren

Das Institut für Raumplanung und Ländliche Neuordnung der Universität für Bodenkultur Wien hat das „Wanderungs- und Bleibeverhalten“ im Zeitraum 2013/14 untersucht. Dazu wurden in den fünf Gemeinden Hinterstoder, Klaus, Maria Neustift, Steinbach an der Steyr und Weyer mehr als 400 junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 29 Jahren befragt. Festgestellt wurde, dass Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten die zentralen Faktoren für ihre Wohnortwahl sind. Aus der Sicht der Befragten sind es vier zentrale Weichenstellungen, die aus den ländlichen Gemeinden attraktivere Wohn- und Lebensstandorte machen können: Arbeitsplätze schaffen, adäquate Wohnangebote, Defizite in der Basisinfrastruktur beheben sowie Freizeitangebote verbessern.

Passende Wohnmodelle

Neue Formen und leistbare Angebote des Wohnens sind für junge Menschen ein wichtiges Thema. Das Projekt „Junges Wohnen“, das vom Regionalforum Steyr-Kirchdorf in Auftrag gegeben wurde und von der SPES Zukunftsakademie begleitet wird, ist bereits angelaufen. „Viele junge Erwachsene schätzen einen gemeinschaftlichen Kontakt. Gemeinschaftsräume sind trendig und junge Leute kennen und schätzen solche Möglichkeiten“, erklärt Prozessbegleiter Johannes Brandl (SPES).

Infrastruktur ausbauen

Ebenso bedeutsam ist eine gute Ausstattung mit Basisinfrastruktur. Dazu zählt das Breitbandangebot. „Ohne Internet geht gar nichts“, sagt Christian Dörfel, Obmann des Regionalforum Steyr-Kirchdorf. Während der nördliche Teil des Bezirkes Steyr-Land hier schon gut aufgestellt ist, gibt es im Süden teilweise große Probleme punkto leistungsfähigem Internet. „Ohne Engagement von Gemeinde und Bürgern dauert es auf jeden Fall länger“, sagt Volker Dobringer vom Breitbandbüro Oberösterreich. Vorbildlich habe hier die Gemeinde Großraming agiert, so könne ein Breitbandausbau bis zum letzten Heustadl erreicht werden. „Hier wird man schon bald streamen wie in New York City“, so Dobringer.

Breitbandatlas

Wer wissen möchte, welche maximale Versorgung für seinen Wohnort möglich ist, kann dies auf www.breitbandatlas.info tun, dort sind auch geplante Ausbaugebiete vermerkt.

Ein regionales Agenda 21 Netzwerktreffen am Montag, 19. März, um 18.30 Uhr in der Kitzmantelfabrik in Vorchdorf beschäftigt sich mit den vielfältigen Handlungsfeldern und konkreten Ideen zur Gestaltung von „digitalen Lebensräumen“.

Alle Interessierten aus den Regionen Steyr/Kirchdorf und Vöcklabruck/Gmunden sind dazu eingeladen. Anmeldung per E-Mail an bettina.feischl@rmooe.at oder unter Tel. 07612/20810-4203


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