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GRÜNAU. Bereits zehn Jahre alt ist das Volkshilfe-Flüchtlingswohnprojekt Grünau im Haus Anspang. Bisher haben hier 200 Menschen aus 22 verschiedenen Ländern gelebt und den positiven Ausgang ihres Asylverfahrens herbeigesehnt.

Feier zum zehnten Geburtstag des Wohnprojektes Grünau (v. l.): Senka Causevic (Volkshilfe FMB), Wohnprojekts-Leiterin Elfi Jungwirth, Christian Schörkhuber (GF Volkshilfe FMB OÖ.), Bgm. Alois Weidinger und Pfarrer P. Christoph Eisl Foto: Volkshilfe

Derzeit leben 29 Menschen aus Syrien, Afghanistan, Ukraine und Palästina im Haus Anspang. „Die Herkunft der Menschen ist immer ein Spiegel der Weltpolitik“, sagt Elfi Jungwirth, Leiterin des Wohnprojektes im Almtal. Aktuell flüchten die Menschen hauptsächlich aus Kriegs- und Krisenregionen wie Syrien oder Afghanistan, vor zehn Jahren kamen die meisten Flüchtlinge noch aus dem Kosovo, aus Restjugoslawien oder aus Ruanda.

Zum Nichtstun gezwungen

Der Alltag im Wohnprojekt ist eher unspektakulär – so wie bei den meisten Österreichern auch. Eines der brennendsten Probleme ist die Beschäftigungslosigkeit. „Es gibt kaum Möglichkeiten, legal einer Arbeit nachzugehen. Dieses gesetzlich verordnete Nichtstun ist für unsere Bewohner sehr zermürbend“, so Jungwirth.

Die Wohnprojekts-Leiterin vermittelt immer wieder zwischen Einheimischen und Zugereisten, zwischen Schulen oder Kindergärten und Eltern. Sie achtet darauf, dass der Dialog nie abreißt, etwa durch Veranstaltungen wie „Picknick im Park“ oder Konzerte. Zu den christlichen Tauffeiern kommen auch Buddhisten, Muslime oder Jesiden. Ebenso werden das Fastenbrechen nach dem Ramadan, ein iranisches oder mongolisches Neujahrsfest und christliche Feste wie Weihnachten und Ostern meist gemeinsam gefeiert. Ein Highlight ist die Geburt eines Babys – bisher gab es 18 Mal Nachwuchs im Haus Anspang – oder wenn eine Familie einen positiven Asylbescheid bekommt: Dann wird zusammen gefeiert und die Freude geteilt.

Rückblickend sagt Jungwirth: „Wenn ich an all die Familien denke, die bei mir gewohnt haben und die es jetzt in Österreich geschafft haben, die Wohnung, Arbeit, bescheidenen Wohlstand und ein friedliches Leben hier bei uns gefunden haben, dann ist das für mich die größte Freude und Bestätigung unserer Arbeit.“


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