Umfrage zeigt: Die Menschen in der Region haben Angst vorm Wolf
GRÜNBACH. „Die Bevölkerung der Region steht dem Wolf eher mit Angst und Respekt gegenüber“, sagt Katharina Stütz aus Grünbach. Die 24-Jährige studiert Wildtierökologie und Wildtiermanagement und hat für ihre Masterarbeit in Grünbach, Leopoldschlag, Sandl, Rainbach und Windhaag Bürger zum Thema „Akzeptanz des Wolfes“ befragt.

„Der Wolf kehrt nach Österreich zurück – Ergebnisse einer Umfrage über die Akzeptanz des Wolfes in Oberösterreich“ ist der Titel der Masterarbeit von Katharina Stütz an der Universität für Bodenkultur in Wien.
„Mich hat der Wolf schon immer fasziniert und interessiert. Mit dem Auftauchen des Wolfes im Bezirk Freistadt wurde das Thema für meine Masterarbeit aktuell“, sagt die Grünbacherin.
Fragebögen ausgewertet
Grundstein für Stütz“ Arbeit ist ein Fragebogen, von dem die Studentin 750 Exemplare an acht Volks- und Neuen Mittelschulen in den Gemeinden Grünbach, Leopoldschlag, Rainbach, Sandl und Windhaag ausgeteilt hat. Die Kinder nahmen die Fragebögen mit nach Hause, wo diese jeweils von allen Familienmitgliedern ab 16 Jahren beantwortet werden konnten.
Das Wolfsmanagement verbessern
„450 Fragebögen habe ich ausgefüllt zurück bekommen“, freut sich Katharina Stütz über die gute Rücklaufquote. „Die Umfrage soll dazu beitragen, Sichtweisen gegenüber Wölfen in Oberösterreich besser zu verfassen und zu verstehen. Die Ergebnisse werden Behörden und Fachgremien zur Verfügung gestellt. Somit kann durch die Mithilfe der Umfrage-Teilnehmer das Wolfsmanagement verbessert werden“, erläutert Katharina Stütz.
Persönliche Betroffenheit
Sie stellte dazu den Teilnehmern verschiedene Fragen, wie etwa zu ihrer Einstellung und zu ihren Gefühlen gegenüber dem Wolf, zu persönlichen Erfahrungen mit Wölfen und wie mit den Tieren umgegangen werden soll.
„Ich wollte vor allem wissen, ob die persönliche Betroffenheit den Grad der Akzeptanz beeinflusst und wie die Bevölkerung zu Maßnahmen des Wolfsmanagements steht“, sagt Stütz.
Nachdem die Grünbacherin die Daten erfasst und statistisch ausgewertet hat, kann sie zusammenfassend berichten: „Der Großteil der Bevölkerung ist dem Wolf gegenüber neutral bis negativ eingestellt. Die Emotionen spielen beim Thema Wolf eine große Rolle: Die Gefühle Angst und Respekt dominieren weit vor Sympathie, Aggression und Faszination. Bei potenziell eher betroffenen Gruppen wie Landwirten, Jägern und Forstarbeitern ist der Prozentsatz jener, die Angst und Aggression empfinden, wie erwartet besonders hoch“, sagt Katharina Stütz.
Vertreiben und töten
Nur in Naturschutzgebieten oder Nationalparks würden die Wölfe von den Umfrage-Teilnehmern akzeptiert. „Werden Wölfe in der Nähe von Siedlungen gesehen oder reißen gar Nutz- oder Haustiere, plädiert der Großteil der Befragten für Vertreiben oder sogar Töten. Bedroht ein Wolf Menschen, ist die große Mehrheit für den Abschuss des Tieres.“ Die Grünbacherin, die kommenden Herbst ihr Studium abschließen wird, hält den Wolf selbst für eine Bereicherung für die Region.
Verständnis für Landwirte
„Ich kann aber auch verstehen, dass Landwirte, deren Nutztiere von Wölfen gerissen werden, keine Freude mit dem Wolf haben. Aber keiner muss vor dem Wolf Angst haben, wenn er in den Wald geht“, ist Katharina Stütz, die vor Kurzem die Jagdprüfung abgelegt hat, überzeugt.
Wolfsbeauftragter: „Derzeit ist alles ruhig“
Der Leopoldschläger Wolfgang Sollberger, Wolfsbeauftragter des OÖ. Naturschutzbundes für das Mühlviertel, kann momentan keine neuen „Wolfs-Geschichten“ berichten: „Aktuell ist alles ruhig. Man hört schon hier und da, dass wo ein Wolf gesehen wurde, aber gesicherte Informationen gibt es derzeit nicht.“
Rehriss: DNA-Auswertung liegt noch nicht vor
In Rauchenödt (Gemeinde Grünbach) wurde kürzlich ein verendetes Kalb auf einer Weide entdeckt. „Es wies zwar Bissspuren auf, diese stammen aber eher nicht von einem Wolf. Trotzdem habe ich eine DNA-Probe genommen und nach Wien geschickt“, sagt Sollberger.
Der Wolfsbeauftragte wartet auch immer noch auf eine Rückmeldung aus Wien, ob die im Mai eingeschickte DNA-Probe nach einem Rehriss in Pregarten Meister Isegrim zuzurechnen ist oder nicht.
Wolfgang Sollberger kann bei etwaigen Wolfssichtungen oder Nutztierrissen im Mühlviertel unter der Telefonnummer 0664/5143548 kontaktiert werden.


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