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GSCHWANDT/GMUNDEN. 42 Jahre lang wurde der Maibaum für den Gmundner Rathausplatz nie gestohlen. Heuer war man offenbar zu unvorsichtig, und so konnte die Gschwandtner Landjugend erfolgreich zum „Maibaum-Raub“ ausrücken.

Nächtlicher Abtransport des "gestohlenen" Maibaums Foto: Peter Sommer
Nächtlicher Abtransport des "gestohlenen" Maibaums Foto: Peter Sommer

„Oh Schreck, unser Maibaum ist weg!“, musste der Trachtenverein Traunseer am Tag vor dem 30. April mit Schrecken feststellen. Der für den Stadtplatz Gmunden vorgesehene Baum war bereits hergerichtet und hatte in der Nähe des Gasthauses Ramsau auf den Abtransport am Seeweg gewartet.

Doch dazu ließ es die Landjugend Gschwandt nicht kommen. Karl Reiter war live dabei: „Wir machten uns am Vortag des Maibaumaufstellens um 4 Uhr früh auf den Weg in Richtung Unterm Stein, wo wir den Baumstamm für den Gmundner Maibaum vermuteten. Und tatsächlich lag das gute Stück in der Nähe eines Baches, niemand von den „Besitzern“ war zu sehen. Jetzt hieß es schnell anpacken, mit purer Muskelkraft musste der Baumstamm, der rund 26 Meter lang war, über den Bach gehoben werden, am Traktor und in der Mitte auf ein Autodach befestigt werden. Einige Männer gingen dann die zehn Kilometer lange Strecke bis Gschwandt neben dem Baum her und schauten, dass keine Gefahr bestand.“ Übers Gsperr und den neuen Kreisverkehr gelangte man nach Gschwandt. 

Nach gutem Brauch wurde am Vormittag des nächsten Tages der Trachtenverein kontaktiert und der Baum zur  Ablöse angeboten. Doch damit biss man erst einmal auf Granit, so Reiter. Das Angebot, den Baum gegen ein paar Biere wieder an Ort und Stelle zu bringen, wurde ausgeschlagen, da er ja nicht dem Trachtenverein gehöre, sondern dem Bürgermeister geschenkt wird. Die Gschwandtner kontaktierten daraufhin das Gmundner Stadtoberhaupt - und hatten damit mehr Glück: Stefan Krapf lobte die Courage der Gschwandtner und ließ sich auf den Handel ein: „Dass ist mir schon eine gute Jause und ein paar Flaschen Bier wert, aber bringt uns unseren Maibaum wieder zurück“, so seine Antwort.

Also wurde der Baumstamm wieder unbeschadet unterm Stein gebracht und gleich im See deponiert, sodass sich der Trachtenverein Traunseer den Transport vom Lagerplatz zum See ersparte.


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