Talstation der Luisenhöhe steht zum Verkauf
HAAG. Nicht schlecht staunten die Bürger der Gemeinde Haag, als sie die Talstation der Luisenhöhe auf der Online-Verkaufsplattform willhaben fanden.

Mit 18.000 Euro ist das Gebäude beziffert allerdings ohne die dazugehörige Bergstation. Zur Anlage mit dem Baujahr Mitte der 1960er Jahre gehören laut Anzeige ein Teil der Eisenbahnschienenanlage und der nördliche Zugangsweg zur Erlebnisbahn. Die Nutzfläche wird mit 56 Quadratmetern angegeben. Auf Nachfrage bei ÖVP Bürgermeister Konrad Binder bezweifelt er die Echtheit des Angebotes: „Die Suche nach einem Käufer liegt beim Masseverwalter des Gebäudes, ich halte die Anzeige aber für gefälscht.“ Denn, so Binder, das Land Oberösterreich sei aufgrund der ausgeschütteten Leader-Förderung einer der Hauptgläubiger am insolventen Unternehmen. Werden die Teile der Seilbahn einzeln verkauft, muss die gesamte Geldsumme zurückgezahlt werden. Dies erhöht die Forderungen auf dem Gebäude und verschlechtert die Quote der Gläubiger. Die Luisenhöhe müsste für zehn Jahre weiterbetrieben werden, damit die Leader-Förderung nicht zurückgezahlt werden muss.
Dubioses Angebot
Auf Nachfrage beim Aufsichtsrat der Luisenhöhe zeigen sich die Mitglieder erstaunt. Aufsichtsrat Wolfgang Scharinger meint, er hätte noch nie von dem Angebot gehört. Es sei der Wille der Gesellschafter, einen gemeinsamen Übernehmer für die Luisenhöhe und die Rodelbahn zu finden, um diese wieder in Betrieb nehmen zu können.
Gespräche mit Interessenten
Tips fragte beim im Angebot angegebenen Unternehmen „Daten Info Service Eibl GmbH“ nach. Dort hieß es, man habe die Daten zur Immobilie vom Masseverwalter der Luisenhöhe erhalten. Besichtigungstermine seien jederzeit möglich. Der Masseverwalter Andreas Anderle einer Welser Kanzlei war zu keiner Stellungnahme erreichbar. Inzwischen, so Bürgermeister Binder, habe es allerdings mehrere Gespräche mit Interessenten gegeben, die das Unternehmen weiterbetreiben wollen. Aktuell sei der Masseverwalter in Verhandlungen involviert. Im Jänner 2020 meldete das Unternehmen Luisenhöhe Insolvenz an. 115 Gesellschafter, die meisten von ihnen sind Privatpersonen aus der Region, besitzen Anteile am Erlebnisberg.


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