Interview: Eine lebenswerte Gemeinde
HAFNERBACH. Seit zweieinhalb Jahren ist Stefan Gratzl als Bürgermeister für Hafnerbach im Einsatz. Die Tips-Redaktion bat ihn zum Gespräch über das aktuelle Gemeindegeschehen.

Tips: Seit kurzem gibt es in Hafnerbach ein Hol- und Bringservice. Wie läuft der Probebetrieb?
Gratzl: Wir haben das „innergemeindliche“ Hol- und Bringservice (HUBSI) mit dem Mobilitätsverein Hafnerbach erarbeitet. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass HUBSI in Dauerbetrieb gehen wird. Kurz zum Projekt: Wer Mitglied des Vereins ist, kann sich tagsüber von freiwilligen Fahrern zu einem bestimmten Ziel in der Gemeinde bringen lassen. Für unsere ländliche Gemeinde bringt dieses neue Service einen enormen Mehrwert.
Welche weiteren Projekte gibt es?
Wir sind gerade dabei, das Volksschulgebäude mit einer Zugangsrampe „barrierefrei“ zu machen. Ein weiteres Projekt ist der Gemeindeamt-Umbau. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und wird nicht nur innen freundlicher und heller gestaltet, es werden auch Leitungen erneuert. Fenstertausch und neue Fassade waren notwendig, damit das Gebäude den heutigen Energieeffizienzstandards entspricht. Weiters errichten wir mit dem Kameradschaftsbund beim Mausoleum einen Friedensplatz. Das Kriegerdenkmal, das derzeit an der Kirchenmauer montiert ist, wird dort aufgestellt. Ein Friedensmal kommt auch dazu.
Wie schaut die Bevölkerungsentwicklung in Hafnerbach aus?
Es gab Zuwächse aufgrund des vermehrten Wohnungsbaus. Die GEDESAG hat Reihenhäuser und Wohnungen errichtet. Im November werden wieder sieben Reihenhäuser übergeben. Da die Nachfrage nach Baugründen bei uns sehr groß ist, wurde im letzten Jahr „Am Kogel“ um etwa 400.000 Euro eine Siedlungserweiterung durchgeführt. Es ist erfreulich, dass immer mehr Menschen Hafnerbach zu ihrem Lebensmittelpunkt machen.
Wie wollen Sie die Gemeinde Hafnerbach zukünftig positionieren?
Ich möchte Hafnerbach positiv weiterentwickeln: Wir müssen als Gemeinde dafür Sorge tragen, dass die Infrastruktur auch weiterhin passt. Ich meine damit nicht nur die Straßenerhaltung. Mir ist es wichtig, dass es durch Einrichtungen der Gemeinde Räume der Begegnung und des Miteinander gibt. Beispielhaft ist hier der neue Streetsoccer-Platz oder die Hundeauslaufzone.
Welche Projekte gibt es 2018?
2018 wollen wir mit der Detailplanung für das neue Vereinshaus beginnen. Dann werden auch die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie für eine Tagesbetreuungsstätte vorliegen. 2018 steht auch die Zertifizierung als e5 Gemeinde an.
Welche Herausforderungen gibt es im ländlichen Raum?
Eine Herausforderung sehe ich im Umgang mit der Biberproblematik in unserer Gemeinde. Bei allem nötigen Respekt vor Tier- und Naturschutz, hier muss aber zum Schutz des Menschen und dessen Hab und Gut von Bund und Land etwas unternommen werden.



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