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Hagenberger Richard Küng ererhält die Talentförderungsprämie für Wissenschaften

Regina Wiesinger, 19.12.2017 07:08

HAGENBERG. Landeshauptmann Thomas Stelzer verlieh dem Hagenberger Wissenschaftler die Talentförderungsprämie. Beim Festakt zur Verleihung der Landeskulturpreise und Talentförderungsprämien nahm ein Familienmitglied stellvertretend den Preis und die Grüße des Landeshauptmanns entgegen. Küng selbst konnte berufsbedingt nicht persönlich teilnehmen. 

Richard Küng
Richard Küng

Nach dem Masterabschluss an der ETH Zürich mit Auszeichnungen absolvierte Richard Küng Ende 2016 das Doktoratsstudium mit summa cum laude an der Universität zu Köln. Darauf folgte ein kurzer Forschungsaufenthalt am Dahlem Center für komplexe Quantensysteme, Berlin und im September des Jahres übersiedelte er nach Kalifornien. Dort arbeitet er am renommierten California Institute of Technology. Dies ist übrigens jene Top-Universität, an der die Erfolgsserie „The Big Bang Theory“ spielt.

Wissenschaftliche und persönliche Interessen

Im Zeitalter von „big data“ ist das effiziente, computergesteuerte Lösen großer (im Sinne von „viele Daten“) Probleme zentraler denn je. Küng beschäftigt sich mit der Frage, wie häufig schwierige Instanzen bei praktisch relevanten Problemklassen auftreten und sucht nach Algorithmen, um die übrigen (einfacheren) Instanzen beweisbar exakt und effizient zu lösen.

Der Anwendungsbereich seiner dazu erzielten Resultate geht von image reconstruction (e.g. MRI), über „activity detection in large wireless networks“ (5G) und „diffraction imaging“ (Rekonstruktion von Nano-Strukturen) bis hin zu „quantum architectures“.

Quantentheorie

 Die Quanteninformationstheorie ist das zweite Hauptbetätigungsfeld des gebürtigen Oberösterreichers. Die Herausforderungen, die für die Konstruktion eines funktionierenden Quantencomputers gemeistert werden müssen, sind nicht nur technischer Natur: die exakte Kalibrierung und Zertifizierung von Quantenarchitekturen scheint das Verarbeiten immenser Datenmengen zu verlangen. Küng arbeitet an Ansätzen, welche es erlauben, diesen Flaschenhals entweder zu bewältigen, oder zu umgehen.

Dem Mühlviertel verbunden

Privat hat Richard Küng ein Faible für Geschichte und (vorsokratische) Philosophie. Er reist (nicht nur beruflich) gerne und ist ein Fan des Weitwanderns. Er ist stolz auf seine altphilologische Ausbildung (Großes Latinum am BG/BRG Freistadt, Altgriechisch an der Universität Zürich). Trotz seiner langjährigen Auslandsaufenthalte fühlt er sich seiner Heimat - dem Mühlviertel - sehr verbunden. Dort tischlert er gerne in der Hobbywerkstatt seines Vaters und träumt von einer eigenen Bienenzucht.


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