HAIDERSHOFEN. Bürgermeister Manfred Schimpl spricht im Interview über die Entwicklung der Gemeinde, den Klimaschutz, kommende Herausforderungen und das Thema Gemeindearzt.

Tips:Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung der Gemeinde?
Manfred Schimpl: Haidershofen ist eine beliebte Wohngemeinde mit bereits über 3.700 Einwohnern. Durch die günstige Verkehrsanbindung und das reiche Angebot an Kinderbetreuung ziehen vor allem Jungfamilien aus Steyr zu. Das garantiert eine gesunde Bevölkerungsstruktur. Hervorzuheben ist die finanzielle Entwicklung. Die Schulden wurden in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte verringert, die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt mit Ende des Jahres 2019 nur mehr 1.225 Euro, davon betreffen aber 966 Euro die Kanal- und Wasserversorgung, deren Darlehen sowieso durch die laufenden Gebühren gedeckt werden müssen.
Klimaschutz wird aktuell heiß diskutiert. Welche Maßnahmen setzt Haidershofen?
Manfred Schimpl: Haidershofen ist gerade im Bereich des Klimaschutzes ein absoluter Vorreiter. So sind wir seit vielen Jahren Klimabündnisgemeinde und wurden bereits im Jahr 2013 Landesmeister der NÖ Photovoltaikliga, weil Haidershofen bereits damals die höchste Photovoltaikleistung je Einwohner in Niederösterreich produzierte. Heuer sind wir als ölfreie Gemeinde ausgezeichnet worden. Alle wesentlichen Ortsteile sind seit vielen Jahren durch Rad- und Gehwege verbunden. In den letzten Jahren wurden sehr viele Bäume in allen Ortsteilen neu gesetzt und beispielsweise auch bei der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Haidershofen ungünstig gelegene Parkplätze durch eine neue Grünanlage ersetzt.
Was sind die großen Herausforderungen für Haidershofen?
Manfred Schimpl: Aufgrund des Ausmaßes von 32 Quadratkilometern hat die Gemeinde ein weitläufiges Straßen- und Güterwegenetz, das natürlich laufende Sanierungsmaßnahmen erfordert. Die neue Sportanlage, die gemeinsam mit der Gemeinde Behamberg errichtet wird, ist neben dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre. Auch die in die Jahre gekommene Kläranlage und die insgesamt 55 Kilometer Abwasserkanal werden die Gemeinde in den nächsten Jahren fordern. Zusätzlich haben, wie in fast allen anderen Gemeinden, auch in Haidershofen immer mehr Liegenschaften Probleme mit ihren Hausbrunnen, deren Versorgung wird eine der größten Herausforderungen.
Wie ist der aktuelle Stand beim Projekt Vitalzentrum?
Manfred Schimpl: Das Projekt Vitalzentrum wurde vom Betreiber gestoppt, da es an den notwendigen Ärzten mangelte. Um doch einen Nachfolger für unseren derzeitigen Gemeindearzt zu finden, wurde mit der Raika Haidershofen ein neues Projekt geboren. So ist neben der Raika in Haidershofen ein Gebäude geplant, das unter anderem eine Apotheke und neue Räumlichkeiten für einen Hausarzt bietet. Die Gemeinde wird die Einrichtung der Hausarztstelle zur Verfügung stellen und vor allem in der Startphase auch bei der Miete unterstützend beitragen.
Was macht Ihnen im Beruf als Bürgermeister besonders Spaß?
Manfred Schimpl: Bürgermeister zu sein ist eine der schönsten Aufgaben, die es gibt. Natürlich gibt es manchmal auch Rückschläge, aber welcher Politiker der übergeordneten Körperschaften sieht täglich, was umgesetzt wurde? Wer heute durch die Ortsteile unserer Gemeinde fährt, sieht, wie schön diese gestaltet wurden und wie lebenswert Haidershofen insgesamt ist. Vor allem aber freut es mich, miterleben zu dürfen, wie das Freiwilligenwesen in einer Landgemeinde noch gegeben ist.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden