HALLSTATT. Gemeinsam errichten das Naturhistorische Museum Wien (NHM) und Mitarbeiter der Salinen Austria AG gerade eine neue Schaustelle 400 Meter unter Tage. Ab 29. Mai wird die älteste Holzstiege Europas Mittelpunkt und Glanzstück des neuen „Bronzezeit-Kinos“ sein.
Die älteste Holzstiege Europas wurde 2002 im prähistorischen Teil des Hallstätter Salzberges gefunden. Nach jahrelanger Erforschung und der Verlegung vom Fundort wird zur Zeit eine neue Schaustelle für die Stiege eingerichtet, um diese den Besuchern der „Salzwelten“ zugänglich zu machen. 3.000 Jahre alt, acht Meter lang Die Arbeiten an der Großraumvitrine für die 3000 Jahre alten und somit älteste Holztreppe Europas machen gute Fortschritte. 400 Meter unter Tage wird die über acht Meter lange, komplett erhaltene Holzkonstruktion zu besichtigen sein, denn im Salzberg herrschen die besten Bedingungen für die weitere Erhaltung dieses archäologischen Sensationsfundes. Die über 70 Einzelteile der Stiege werden aktuell auf feinen Salzstaub gebettet und genauso eingerichtet, wie sie bei der Entdeckung vorgefunden wurden. Vor dem Zusammensetzen der Stiege nahmen Experten ihre verschiedenen Teile mit 3D-Laserscannern detailliert auf und trockneten die Stiegenteile am Institut für Holzforschung der Universität für Bodenkultur in Wien. Derzeit wird die wertvolle Stiege unter Tage wieder zusammengebaut. Es folgen Arbeiten an der Ausgestaltung der Großraumvitrine und des Besucherraums. „Bronzezeit-Kino“ zeigt prähistorischen Alltag Bevor die Stiege nach Hallstatt zurückreiste, wurden alle Teile im Computertomographen des Österreichischen Gießerei-Instituts weiter untersucht.Die Ergebnisse dieser aufwändigen Analysen und der archäologischen Untersuchungen von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern des NHM Wien im Salzberg Hallstatt sind die Grundlage für eine dreidimensionale Multivision rund um den bronzezeitlichen Hallstätter Bergbau, die im neuen „Bronzezeit-Kino“ gezeigt werden soll. Es ist geplant, dass der hochgradig effiziente und spezialisierte Arbeitsablauf vor über 3.000 Jahren gleichermaßen unterhaltsam wie lehrreich veranschaulicht wird. Anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wurde eine fiktive Geschichte rund um Udlo, einem Hallstätter Jungen aus der Bronzezeit, entworfen und ein Arbeitstag der Bronzezeit inszeniert. Erstmals wird eine Filmanimation direkt auf ein Originalfundstück projiziert. Die Ausstellungsgestalter verwenden hierfür erstmals moderne 4K-Technik (schärfere Auflösung als Full HD). Jahrtausende alte Geschichte trifft hier auf HighTech – so sollen Forschungsergebnisse und Erlebnis auf eindrucksvolle Weise verbunden werden.
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