Aktion Glücksstern: Nachhaltigkeit und soziales Engagement perfekt vereint

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Olivia Lentschig Olivia Lentschig, Tips Redaktion, 04.12.2019 07:45 Uhr

HEIDENREIchSTEIN. Im Zuge der alljährlichen Glücksstern-Weihnachtsaktion holt Tips auch heuer wieder ein regionales Sozialprojekt vor den Vorhang: den „soogut-Markt“ in Heidenreichstein. Neben der wertvollen Hilfestellung für einkommensschwache Menschen bietet das Konzept durch die sinnvolle Verwertung von Nahrungsmittel- und Kleiderspenden einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Seit Februar 2018 ist Roswitha Sprinzl als Marktleiterin im Unternehmen tätig und liebt vor allem die Vielfältigkeit ihrer Aufgabenbereiche.

Tips: Im Laufe der Zeit lernt man die Kunden näher kennen. Nimmt man die Schicksale dieser Menschen dann auch mit nach Hause und wie geht man damit um?

Roswitha Sprinzl: Die persönlichen Geschichten und Schicksalsschläge der Kunden berühren mich selbstverständlich und gehen mir nahe. Da wird mir immer wieder bewusst, wie schnell es gehen kann, durch einen Unfall oder Krankheit plötzlich vor dem Nichts zu stehen. Besonders schön empfinde ich die Gruppenbildung bei uns im soogut-Café. Hier haben Menschen zusammengefunden, die ein Bedürfnis nach Gemeinschaft und Rücksichtnahme hatten und hier gefunden haben. Sobald jemand nicht vor Ort ist, wird gleich nachgefragt, ob alles in Ordnung ist oder ob Hilfe benötigt wird. Diese Aufmerksamkeit empfinden sie als große Erleichterung.

Tips: Was wird derzeit an Spenden besonders dringend benötigt?

Roswitha Sprinzl: Dringend benötigen wir ehrenamtliche Helfer, die körperlich stark belastbar sind. Da wir vielfältige Aufgabenbereiche haben, werden sie auch sehr abwechslungsreich eingesetzt. Aber auch Geldspenden sind natürlich immer willkommen. Wir würden uns gerne einen neuen Herd für die Küche anschaffen. Und selbstverständlich sind wir immer auf der Suche nach Waren. Hygieneartikel, Mehl, Müsli, Gemüse, Obst, Waschpulver, Toilettenpapier und ähnliches. Wir sind offen für Kooperationen und Projekte.

Tips: Wer nimmt dieses Service in Anspruch?

Roswitha Sprinzl: Unsere Kundengruppe ist gut durchgemischt. Bei uns kaufen Alleinerzieher und Pensionisten ein – einfach Menschen, die mit ihrem wenigen Geld versuchen, gut über die Runden zu kommen. Am stärksten empfinde ich den Dienstag. Das ist der erste geöffnete Tag in der Woche. Da strömen am meisten Menschen bei uns ein. Zum Monatsende hin lässt die Frequentierung dann merklich nach. Die geschützte Lage des soogut-Marktes sehe ich als großen Vorteil. Es wird Intimität gewahrt und es weiß nicht gleich jeder, wer bei uns einkauft. Besonders bei älteren Menschen stelle ich ein Schamgefühl fest. Vielleicht aus dem Gefühl heraus, das ganze Leben fleißig gearbeitet zu haben und dennoch zu wenig Geld zum Leben zu haben?

Die soogut-Sozialmärkte formieren sich neu

Zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit informiert Uschi Oswald: „Der Wegfall von Subventionen bringt für die soogut-Sozialmärkte ab dem kommenden Jahr drastische Veränderungen. Einschneidende Personalkürzungen sind geplant, um auch weiterhin einkommensschwache Niederösterreicher mit günstigen Lebensmitteln versorgen zu können. Ab 2020 finanzieren sich die Märkte aus Einnahmen durch Eigenerwirtschaftung und Spendengeldern.“

Als Betreiber des ersten Sozialmarktes in Niederösterreich hat SAM NÖ maßgeblich zur Entwicklung der Sozialmarktlandschaft in Niederösterreich beigetragen. Mit 15 Jahren Erfahrung, ausgeklügelter Logistik und hohen Qualitätsstandards in den Geschäften stellt sich das Unternehmen den aktuellen Herausforderungen.

Klares Ziel von SAM NÖ ist der Erhalt ihrer Sozialmärkte. „Eine Versorgungsstruktur, die derzeit etwa 27.000 Menschen in Niederösterreich mit günstigen Lebensmitteln bedient und dadurch knapp 11.000 Kinder vor Hungerleiden bewahrt, gilt es in jedem Fall aufrechtzuerhalten“, bekräftigt der Geschäftsführer Wolfgang Brillmann.

Ein starkes Umdenken ist in vollem Gange und es zeichnet sich deutlich ab, dass die drei bislang wichtigsten Aspekte in der Unternehmensphilosophie – Unterstützung für Menschen in finanziellen Notlagen, Lebensmittelrettung und Beschäftigung schaffen – nicht mehr in der gleichen Form umgesetzt werden können.

 

„In Wahrheit ist finanzielle Sicherheit

nur eine Illusion und

niemand ist vor Notsituationen gefeit“, Zitat Uschi Oswald

 

 

Aufgrund der nun bevorstehenden finanziellen Lücke wird ab dem kommenden Jahr die Struktur der soogut-Sozialmärkte auf neue Säulen gestellt. Zukünftig wird der größte Teil der hauptamtlichen Stunden mit freiwilligem Engagement ausgeglichen werden, der Fokus wird auf die Versorgung armutsgefährdeter Niederösterreicher gerichtet.

Weil wirklich jede Hilfe zählt

Gerade zur Weihnachtszeit reift in vielen der Wunsch, anderen zu helfen. Das Team vom soogut-Markt in Heidenreichstein freut sich über jede Art der Unterstützung, sei es finanziell, durch Sachspenden oder als ehrenamtlicher Helfer. Das Engagement der Zivilgesellschaft wird durch die Umstrukturierung zur tragenden Stütze der soogut-Märkte: Gefragt sind Menschen, die sich regelmäßig für die Warenabholung, Sortierarbeiten, Geschäftsbetreuung und Küchendienste begeistern können.

„Allen freiwilligen Helfern gebührt große Wertschätzung und Anerkennung“, zeigt sich Uschi Oswald dankbar. „Sie dürfen bei uns einkaufen, werden während ihrer Tätigkeit in den soogut-Märkten kulinarisch versorgt und können an verschiedensten Weiterbildungsmaßnahmen bei Themen rund um Erste-Hilfe und Brandschutz, Hygienemaßnahmen, Umgang mit Waren, sowie Verhalten in Konflikt- und Notsituationen teilnehmen. Ohne zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter wird der Geschäftsalltag nicht zu bewältigen sein......und dennoch trauen wir uns drüber.“

 

 

soogut Heidenreichstein

Kontakt: 0676/88044660

 

Spendenkonto

Bank: SPK NÖ Mitte West

IBAN: AT47 2025 6000 0092 3003

BIC: SPSPAT21XXX

 

Spenden an SAM NÖ sind gemäß § 4a Z bzw. 4 EStG als Sonderausgabe (Privatpersonen) steuerlich absetzbar. Die BMF-Registrierungsnummer lautet: SO 10900

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