Boys' Day 2017: Einblicke in „männeruntypische“ Berufe für Burschen
ÖSTERREICH/HERZOGENBURG. Das Sozialministerium ruft am 9. November zum mittlerweile zehnten Mal zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Im Rahmen des Boys“ Days öffnen über 400 Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, Pflege- und Altenheime in ganz Österreich ihre Türen und heißen über 3000 junge Männer willkommen. In Niederösterreich sind bislang über 30 Einrichtungen mit dabei – unter anderem das Landespflegeheim Herzogenburg. Ziel des Boys' Day ist es, Burschen für pflegerische und pädagogische Beruf zu begeistern – denn die geschlechtsspezifische Berufswahl auf dem Arbeitsmarkt ändert sich nur langsam.

Männer als Kindergärtner oder Altenpfleger sind noch immer sehr selten. Um das zu ändern und Rollenbilder weiterzuentwickeln, veranstaltet das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz den Boys“ Day. An diesem Aktionstag laden unterschiedliche Institutionen aus ganz Österreich Burschen zwischen zwölf und achtzehn Jahren dazu ein, einen Tag lang in Pflege- und Erziehungsberufe hineinzuschnuppern.
Wunsch nach männlichem Personal
Denn viele Einrichtungen wünschen sich mehr männliches Personal. „Aufgrund von noch immer vorherrschenden, traditionellen Rollenbildern scheut so mancher davor zurück, einen Beruf zu ergreifen, der durchaus seinen Interessen entsprechen würde. Der Boys“ Day will Burschen Mut machen, auch männeruntypische Berufe zu ergreifen. Männliche Role Models sind in Schulen und Kindergärten besonders gefragt“, so Sozialminister Alois Stöger.
Jobstatistik: Männer mauern, Frauen frisieren
Ein Problem der Lehrausbildung ist oftmals die Konzentration auf einige wenige Lehrberufe und eine stereotype Trennung in traditionelle „Männer- und Frauenberufe“. Die drei häufigsten Lehrberufe der Burschen, nämlich Metalltechniker, Elektrotechniker und Kraftfahrzeugtechniker, machen rund 35% der Gesamtlehren aus. Bei den Mädchen ist es ähnlich, rund 30% wählen die Lehre zur Bürokauffrau, zur Friseurin und Einzelhandelskauffrau (Quelle: WKO, Lehrlingsstatistik 2016).
„Soziales und Erziehung“ klar in Frauenhand
Auch die Berufsgruppe „Soziales und Erziehung“ ist klar in Frauenhand. Vor allem im Kinderbetreuungsbereich arbeiten nach wie vor fast ausschließlich Frauen. Auch im Sozial- und Gesundheitswesen wie Pflege, Altenbetreuung, Betreuung von Menschen mit Behinderungen, arbeiten hauptsächlich Frauen. Doch auch Burschen sind gefragt: Am meisten gesucht werden momentan Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger, Pflegehelfer und Kinderbetreuer bzw. Heimhelfer.
Erziehungs- und Pflegeberufe kennenlernen
Am 9. November können die Teilnehmer „männeruntypische“ Berufe in der Praxis kennenlernen und haben die Möglichkeit, mit männlichen Mitarbeitern über deren beruflichen Alltag und ihre Erfahrungen zu sprechen. Zusätzlich bieten Workshops an Schulen die Möglichkeit, Themen wie Lebensvorstellungen, Männlichkeit und Berufswahl oder Geschlechterklischees zu diskutieren. Junge Burschen, Schulklassen und Jugendeinrichtungen aus allen Bundesländern sind zu diesem österreichweiten Schnuppertag eingeladen und können sich dafür online anmelden.


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