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HOLLENSTEIN/YBBS.  Über das Vermögen der Firma HOLZCO GmbH Holzbau, Montage und Service wurde am 20. Dezember 2018 am Landesgericht St. Pölten das Konkursverfahren eröffnet.

Firmenchef Leopold Hochpöchler zeigt sich dennoch zuversichtlich. Foto: HOLZCO
Firmenchef Leopold Hochpöchler zeigt sich dennoch zuversichtlich. Foto: HOLZCO

Der in Hollenstein ansässige Holzbau-Spezialist ist über die Region Ybbstal hinaus durch die spektakuläre Dachsanierung am Wiener Stephansdom im Sommer dieses Jahres bekannt. Die erst im Februar 2016 neu gegründete HOLZCO GmbH hatte selbst die in den Konkurs geschlitterte Hollensteiner Traditionszimmerei Forstenlechner übernommen.

Über 180 betroffene Gläubiger

Es sind 32 Dienstnehmer und über 180 Gläubiger betroffen. Die Aktiva betragen circa 520.000 Euro und stehen Passiva von rund 1,65 Millionen Euro gegenüber. Zum Insolvenzverwalter wurde Christine Riess bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen über Creditreform bis zum Dienstag, 5. Februar 2019, anmelden. Die erste Gläubigerversammlung findet am Dienstag, 19. Februar 2019, im Landesgericht St. Pölten statt. Bei der Verhandlung haben nur Parteien Zutritt.

In Vorleistung mit rund 600.000 Euro

Durch einen Großauftrag in Deutschland, der aufgrund fehlender Baugenehmigung der Firma HOLZCO entzogen wurde, kam die bis dahin erfolgreiche Firma ins Schlittern. Der einzige Grund für die existierenden Schwierigkeiten ist der zu Unrecht entzogene Werkvertrag eines Musterwohnhausprojektes in Celle in Norddeutschland. HOLZCO ging mit rund 600.000 Euro für die Entwicklung einer komplett neuartigen Modulbauweise in Vorleistung. Vertraglich gesichert wurden 20 Module (circa 300 Quadratmeter Wohnfläche) in Stahlständerbauweise produziert, welche allesamt vom deutschen Großkunden nicht abgerufen wurden. Diese Baumethode erlaubt mehrstöckige Gebäude innerhalb von nur 50 Tagen zu errichten – und zwar vom Spatenstich bis zur Bezugsfertigkeit. Die Firma HOLZCO versucht nun alles in ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um die vorhandenen Module so rasch wie möglich einem Wohnbauprojekt zuzuführen. „Unsere Entwicklung als auch das Unternehmen haben enormes Potenzial, der Verlust des Auftrages ist ein herber, nicht erwarteter Rückschlag“, erklärt Firmenchef Leopold Hochpöchler. Derzeit wird geprüft, ob der drohende Konkurs in einen Ausgleich umgewandelt werden kann. „Wir haben volle Auftragsbücher. Unser Problem ist das gebundene Kapital in der halbfertigen Wohnhausanlage. Aber wir sind zuversichtlich bis 19. Februar neue Lösungen gefunden zu haben“, so der Firmenchef. 


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