HORN. Das neue Heft der Reihe “Das Waldviertel“ (1/2016) ist erschienen. Zu finden sind darin interessante und fundierte Beiträge zur Geschichte Horns im 17. und 18. Jahrhundert. Hanns Haas, der langjährige Professor für österreichische Geschichte an der Universität Salzburg, beschäftigte sich mit der frühneuzeitlichen Geschichte der Juden in der Stadt Horn. In den Jahren zwischen 1602 und 1605 finden sich erste Nachrichten, dass sich jüdische Kaufleute in Horn aufgehalten haben, in weiterer Folge kam es um 1620 zu einem vergeblichen Ansiedlungsversuch. Ein Lewe Veldmairin bat 1621 bei der niederösterreichischen Kammer um die Erlaubnis, „sein gewerb treiben“ zu dürfen. Allerdings widersetzte sich die Stadt in weiterer Folge stets gegen jüdische Ansiedlungsversuche. Als Gründe nennt Haas die antijüdischen Vorurteile und handfeste wirtschaftliche Überlegungen. Erst 1771 konnte in Horn wieder ein jüdischer Händler nachgewiesen werden.

Dem Alltagsleben im 18. Jahrhundert widmet sich der in Schrattenthal wohnende Historiker Gerhard Tribl. Etwa 1000 Menschen lebten gegen Ende dieses Jahrhunderts innerhalb der Horner Stadtmauern. Tribl beschreibt die Stadtverwaltung und ihr Verhältnis zu den Einwohnern, die kirchlichen Feiertagen und Prozessionen, die sanitäre Versorgung und öffentliche Hygiene sowie die feuerpolizeilichen Maßnahmen gegen Brandgefahr. Die Angaben von Tribl beruhen auf den Ratsprotokollen dieser Zeit. Diese geben auch die damaligen Ängste gut wieder, etwa die Feuergefahr, die von rauchenden Personen ausging – so heißt es in den Protokollen, dass man sich „auf der Gassen vom Tobackh trincken mäßigen“ solle.
Der tschechische Forscher Zden?k Geist berichtet über den Maler Johann Hamza. Das in der Literatur angegebene Geburtsdatum 1850 in Tel? konnte der Autor schließlich korrigieren: Hamza wurde demnach bereits zwei Jahre zuvor in einem kleinen Dorf mit dem Namen Kostelní Myslová geboren. An diese Richtigstellung schließen die Herkunft und der Werdegang dieses weitgehend unbekannten Malers an.
WHB-Präsident Erich Rabl würdigt anlässlich seines 90. Geburtstages das schulische und heimatkundliche Lebenswerk von Johann Lang, der in der Manhartsbergregion deutliche Spuren hinterlassen hat.
Waldviertler Kulturberichte, Buchbesprechungen und Mitteilungen des Waldviertler Heimatbundes ergänzen das 112 Seiten starke Heft (1/2016). Die nächsten Veranstaltungen des WHB sind die Buchpräsentation der Waldviertler Biographien am Freitag, 8 April 2016, in Eggenburg und die Jahreshauptversammlung am Sonntag, 22. Mai 2016 in Gmünd.
Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Bestellungen sind über www.daswaldviertel.at möglich oder „Das Waldviertel“, 3580 Horn, Postfach 1 (Tel. 02982/3991 ab 15 Uhr, Dr. Rabl oder E-Mail: e.rabl@aon.at).


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