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Zweites Heft des Jahres 2016 der Zeitschrift "Das Waldviertel" erschienen

Leserartikel Online Redaktion, 08.07.2016 08:08

HORN. Der Waldviertler Heimatbund hat die neue Ausgabe der Zeitschrift „Das Waldviertel“ veröffentlicht.

Über die bürgerliche Alltagsgeschichte von 1800 bis 1860 berichtet der Kunsthistoriker Friedrich Polleroß, er leitet auch das „Erste österreichische Museum für Alltagsgeschichte“ in Neupölla. Es ist dies ein Thema, das auch in der aktuellen Ausstellung zu sehen ist. In dieser Zeit wurden beispielsweise Modetrends aus Frankreich und England auch durch Zeitschriften außerhalb Wiens bekannt. Damit zusammenhängend weist Polleroß auch auf technische Neuerungen hin, wie etwa die Nähmaschine. Der Titel des Beitrages: Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch & Waschkasten. Bürgerliche Alltagsgeschichte von 1800 bis 1860 im Museum in Neupölla.

Die Lehrerin Ulfhild Krausl beschreibt in ihrem Beitrag „Licht - Glas - Farbe: Sakrale Kunstwerke des Jugendstils“ das Heilige Grab in der Martinskirche in Drosendorf. Dieses wurde von der Firma Zbitek aus Neustift bei Olmütz gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. Neben einer ausführlichen Beschreibung des Grabes listet Krausl auch in einem Verzeichnis alle von ihr erfassten Gräber der Firma Zbitek auf.

Das Kloster Kirchbach in der Gemeinde Rappottenstein wird von Sissy Kovacs vorgestellt. Sie berichtet von einer schwierigen Suche in der Vergangenheit des Klosters; Recherchen im Diözesanarchiv blieben erfolglos, und erweckten den Eindruck es hätte „nie ein Kloster Kirchbach gegeben.“ Das dem nicht so war, zeigt Kovacs, die sich auch der Besitzergeschichte des Hauses annimmt und die Besitzer bis in die heutige Zeit nachweist.

 Einer Straßenvermessung zwischen Krems und Hadersdorf im Jahre 1783 geht Erich Broidl, Direktor der Neuen Mittelschule in Langenlois im Beitrag „Die Straße ist den 5ten Märtz 1783 vom Winnertohr zu Krems bis zur Haderstorfer Brückhe abgemessen worden - Auf den topografisch-historischen Spuren einer Straßenvermessung zwischen Krems a. d. Donau und Hadersdorf am Kamp aus dem Jahre 1783“, nach. Es handelt sich dabei um die heutige B 35, damals war sie das Anfangsstück eines wichtigen Fernverkehrsweg: der Salz- oder Kommerzialstraße. Anhand einiger topografisch interessanter Punkte – Gebäude, Bildstöcke und Flurnamen – zeichnet Broidl ein historisch-volkskundliches Gesamtbild nach.

Der Horner Urgeschichtsforscher Hermann Maurer und Mineralienspezialist Albert Prayer stellen verschiedene Einzelfunde aus dem östlichen Waldviertel vor. Sie beschreiben ihre Funde (u.a. aus Elsern, Pernegg, Poigen, Schirmannsreith, Wolfsbach) und geben Hinweise zu deren Bedeutung.

Über neue Erkenntnisse zu den Militärkommandanten der Roten Armee in Eggenburg berichtet Gerhard Dafert, Obmann der Krahuletz-Gesellschaft. Dank eines Besuches des russischen Botschafters, konnten im Zentralarchiv des russischen Verteidigungsministeriums zwei Kommandanten eruiert werden: Garde-Major Pjotr Konstantinowitsch Esmont und Major Pawel Dmitriewitsch Basunow.

Über die 25-jährige Geschichte des Museums „Alte Textilfabrik“ in der Brühl (Weitra) gibt Univ.-Prof. Albert Hackl Auskunft. Er spannt den Bogen von den ersten Überlegungen 1965 über die Museumsgründung, das inhaltliche Konzept, die Sonderausstellungen und die Zukunft.

Waldviertler Kulturberichte, Buchbesprechungen und Mitteilungen des Waldviertler Heimatbundes ergänzen das 128 Seiten starke Heft (2/2016).

Ein Heft der Zeitschrift „Das Waldviertel“ kostet 8 Euro. Bestellungen sind über www.daswaldviertel.at möglich oder „Das Waldviertel“, 3580 Horn, Postfach 1 (Tel. 02982/3991 ab 15 Uhr, Dr. Rabl oder E-Mail: e.rabl@aon.at).


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