Lesung und Musik im Kunsthaus Horn
HORN. Die „schreibwerkstatt waldviertel“ lädt am Samstag, den 29. April um 19:00 Uhr zusammen mit der Bücherstube und dem Kunstverein Horn zur Lesung ins Kunsthaus. Bettina Balàka und Margit Schreiner, die in diesen Tagen schreibinteressierte Menschen unterrichten, lesen am öffentlichen Abend aus ihrem Werk. Thomas Havlik begleitet die Lesung mit Sound Poetry.

Die Tage rund um die Lesung werden im Kunsthaus zwei Literaturklassen abgehalten. Unter dem Titel „Die Karl-May-Methode“ vermittelt Bettina Balàka die Kunst, über Orte zu schreiben, an denen man noch nie war, über Personen, mit denen man direkt noch nie zu tun gehabt hat, aus Perspektiven, die man selbst nie erlebt hat. Wie schafft man aus Recherche, Fantasie und eigener Lebenserfahrung ein homogenes Ganzes? In verschiedenen Schreibübungen werden die Teilnehmenden über den eigenen Tellerrand hinaus schauen. Am Samstag Abend liest Bettina Balàka aus „Die Prinzessin von Arborio“. In ihrem Roman geht es um eine Frau, die ihrer Männer schnell überdrüssig wird und diese verschwinden lässt. Merkwürdige Sportunfälle häufen sich. Ein Kriminalpsychologe schließlich scheint die Frau zu verstehen.
Margit Schreiner stellt in ihrer Klasse die Frage: „Wer ist ich?“ und vermittelt die Kunst des autobiographischen Schreibens. Sie geht den Unterschieden der „Ichs“ in den verschiedenen Lebensperioden nach und der Umformung der Erinnerung. Sie meint: Unser Ich und unsere Erinnerungen sind gefühlsabhängig, flexibel und unverlässlich – damit wird gearbeitet. Margit Schreiner liest aus „Das menschliche Gleichgewicht“. Ihr Roman erzählt von Freunden, die miteinander einen Inselurlaub verbringen. Sarah, eine junge Frau, schließt sich ihnen an. Auf der Insel ist manche brenzelige Situation zu bewältigen und Sarah hat eine tragische Vergangenheit im Gepäck. Es zeigt sich, wie leicht jeder Einzelne aus dem Gleichgewicht geraten kann. Der Inselaufenthalt verändert nicht nur Sarahs Leben.
Thomas Havlik ist Autor, Sound- und Performancepoet. Sein Betätigungsfeld liegt an den Grenzen zwischen Lyrik, Sound- Visual- und Performancepoetry. Er bringt an diesem Abend lautpoetische Stücke mit, setzt die eigene Stimme und vorbereitetes bearbeitetes Lautmaterial ein. Er wird das Wabern und Murmeln, das Brodeln unter der Oberfläche der Wahrnehmung spürbar machen.
Eintritt freie Spende.


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