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HORN. „Was soll das denn sein?“ oder „Das ist dir aber nicht gut gelungen!“ mit solchen oder ähnlichen Aussagen überrumpeln Erwachsene Kinder häufig, wenn diese stolz ihre kreativen Werke vorzeigen. Bei solch prägenden Erlebnissen ist es dann kein Wunder, wenn viele davon überzeugt sind, nicht malen zu können. „Ich glaube, dass jeder zeichnen kann“, ist Gaby Sipözc überzeugt und Herbert Puschnik unterstreicht: „Kunst ist grenzenlos“. In ihrem neuen Atelier „EINklang“ in der zauberhaften Piaristen Passage stärken die beiden das kreative Potential von Kindern und Jugendlichen.

  1 / 2   „Die Lust zu Malen ruht in jedem Menschen“, sind sich Gaby Sipöcz und Herbert Puschnik einig. Fotos: LenO

Als neue Leiter der NÖ Malakademie Horn für Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren begleiten sie die Teilnehmer beim schöpferischen Prozess und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Um das Angebot zu komplettieren haben sie auch noch eine Kindermalschule für Kids im Alter von sechs bis elf Jahren ins Leben gerufen, die mit 1. Oktober in das Wintersemster startet. Unterstützung finden die beiden in ihrer Kreativitätsförderung der Jugend auch seitens der Stadtgemeinde Horn.

Im vorbereiteten Atelier bieten die Künstler Raum zur kreativen Entfaltung und stellen die Freude am gemeinsamen Schaffen und die individuelle Weiterentwicklung der künstlerischen Fähigkeiten in den Mittelpunkt. Am Freitag, 21. September um 17 Uhr findet im Rahmen der NÖ Kreativakademie im Atelier ein Schnuppertag der NÖ Malakademie Horn statt.

„Wir wollen Querdenken fördern. Die Kinder sollen auf ihr Bauchgefühl hören“, Zitat, Gaby Sipöcz

„Mit unseren Angeboten wollen wir die Jugend kreativ fördern“, zeigen die beiden Künstler ihre Beweggründe auf. „Was in vielen Ländern, wie etwa Tschechien oder Schweden, bereits sehr unterstützt wird, ist hierzulande noch stark ausbaufähig. In Kindergärten und Schulen findet man verstärkt Schablonenarbeit - durch die recht hohe Schülerzahl und den straffen Terminplan bleibt kaum Zeit und Raum für eigene Kreativität“, weiß der ehemalige Gymnasiallehrer zu berichten. „In unserer Malschule gibt es keine Themenstellung. Die Kinder malen aus dem Bauchgefühl heraus“, erklärt seine Kollegin. „Es erfolgt keinerlei Bewertung - so erfahren die Kinder Möglichkeiten sich ausdrücken zu lernen und lernen dadurch ihre Stärken kennen.“

„Der rote Faden ist die Liebe zur Kunst. Wenn man selber etwas gerne macht, dann überträgt man diese Liebe“, Zitat, Herbert Puschnik

Sämtlichen Materialien werden im Atelier zur Verfügung gestellt. Nach dem Motto „mach die Augen zu und lass deine Hand malen“ entstehen beeindruckende Werke. „Das werden die schönsten Bilder - lauter Mirós“, meint Puschnik lächelnd, „wenn man Kinder so arbeiten lässt wie sie wollen, sind sie besser als jeder Künstler.“

Die Erkenntnis der Kinderzeichnung

„In Österreich gibt es eine lange Tradition bis hin zur Jahrhundertwende, Kinder so zeichnen zu lassen wie Erwachsene. Das heißt die Kinder haben Werke von großen Künstlern nachgemalt“, erläutert Puschnik.

Erst dem Pädagogen und Forscher, Arno Stern (geboren 1924), fiel auf, dass alle - ist der kunsterzieherische Ballast erst abgeworfen - ganz ähnliche Figuren malen: Ein bildnerisches Gefüge zeigt sich, das wie das Erproben des aufrechten Ganges programmiert und allen Menschen gemein ist. Sterns Erkenntnisse treffen sich heute mit denen der Epigenetik, Hirnforschung und Embryologie.

Auf die Frage, was denn das Schöne an der Arbeit mit Kindern sei, antwortet Gaby Sipöcz lächelnd: „Was man von ihnen zurückbekommt. Und Herbert Puschnik ergänzt philosophisch: „Wenn Kinder konzentriert arbeiten, ist es mucksmäuschenstill und sie sind ganz bei sich - es entsteht ein einzigartiges Fluidum, das sie auf eine höhere Ebene hebt und sie mit einer höheren Dimension verbindet.“


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