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WALDVIERTEL. Die edition innsalz präsentiert ein einzigartiges Buch der Erinnerung an das Jahr 1945. Unterschiedlichste Menschen erzählen: Landarbeiter, Kleinhäuslerin, Bäuerin, Akademiker, Geschäftsfrauen und -männer. Ihre Erinnerungen sind präsent, viele Wunden geblieben. Was zählt, ist das Leben und der Blick nach vorne. Darin sind sich alle Zeitzeugen einig.

Romantisch-mystisches Waldviertel Foto: Hans Peter Kainz/pixelio.de
Romantisch-mystisches Waldviertel Foto: Hans Peter Kainz/pixelio.de

Zeitzeugen erzählen vom Kriegsende 1945, das sie als Frauen, Männer, Kinder oder Säuglinge im wahrsten Sinne des Wortes erlebt und überlebt haben. Oft war der bedingungslose Zusammenhaltder Menschen Grundlage für das Überleben.

Die Landwirtschaft sorgte dafür, dass viele Menschen Arbeit fanden und eigentlich alle genug Nahrung hatten.

Zur Autorin

Die Herausgeberin wurde 1961 in Gmunden geboren. Sie lebt in Oberösterreich, ist Theologin, Diplom-Lebensberaterin und Mutter von drei Kindern.

Vorwort

Kaum eine Region Österreichs hat das Ende des Zweiten Weltkriegs so eindringlich erlebt wie dernordwestlichste Bereich Niederösterreichs, das Waldviertel. Deshalb habe ich mich auf den Weg in dieses dunkle Land am Rande Österreichs aufgemacht und viele unterschiedliche Menschen befragt, wie sie das Kriegsende 1945 und die anschließende Besatzungszeit als Frauen, Männer oder Kindererlebt haben.

Die Geschichte lebt von Geschichten, wird dadurch erst verständlich und nachvollziehbar. Der rote Faden der Gespräche mit den Zeitzeugen waren für mich folgende Fragen: Wie haben die Menschen die schweren Zeiten überstanden? Wie konnten vor allem Kinder überleben – physisch und psychisch? Wie gestaltete sich das Zusammenleben mit den russischen Besatzern? Welche Auswirkungen hatte die Zeit auf das spätere Leben der Menschen? Das Ende des Krieges war für alle mehr oder minder ähnlich oder gleich: Die meisten Menschen waren arm. Die Väter waren noch nicht heimgekehrt oder von den Kriegsereignissen schwergezeichnet. Die Besatzer plünderten. Die Mädchen und Frauen hatten berechtigte Angst vor sexuellen Übergriffen, von denen nur ganz am Rande erzählt wurde, obwohl sie das Bild dieser Zeit inder Öffentlichkeit prägten.

Für manche Menschen hat das Erleben der damaligen Zeit zu einer lebenslangen seelischen Krankheit geführt, manche gaben aber auch an, das Schreckliche habe keine Spuren in ihnen hinterlassen. Es war einfach so. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Wissenschaftlichkeit. Ich will nur festhalten, was die Menschen erzählt haben. Auch dann, wenn das Bild vielleicht zu schönund zu verklärt erscheint. Zudem möchte ich bemerken, dass von allen Zeitzeugenerzählungen Audiodateien existieren und viele zusätzliche Videodateien im Internet (innsalz-youtube-channel) abrufbar sind. Bei der Niederschrift der Interviews kam es mir vor allem darauf an, das Erzählte so unverfälscht und authentisch wie möglich wiederzugeben. Das wird der Persönlichkeit der Zeitzeugen am ehesten gerecht.

Brigitte Kaiser, Weihnachten 2015


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