Nachtflughubschrauber geht in Regelbetrieb über
NÖ/HORN. „Die Zukunft der Notarzthubschraubereinsätze in der Nacht ist sichergestellt. Ein entsprechender Vertrag zwischen dem Land und der Öamtc-Flugrettung wird demnächst unterzeichnet“, gab NÖ Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) bekannt. Besonders erfreut über diese positive Nachricht zeigt sich SPÖ-Abgeordneter Maurice Androsch aus Groß-Siegharts, der in seiner Zeit als zuständiger Landesrat für das Rettungswesen in Niederösterreich das Pilotprojekt eines nachtflugtauglichen Rettungshubschraubers am Flugrettungsstützpunkt Gneixendorf initiierte.

Mit dem 24-Stunden-Betrieb der Flugrettung am Stützpunkt Krems-Gneixendorf, der einzige Standort in ganz Österreich, habe Niederösterreich „Neuland beschritten“. Niederösterreich sei damit Vorbild auch für andere Bundesländer, so Königsberger-Ludwig: „Es hat sich erwiesen, dass dieser mutige Schritt der richtige war. Jeder Einsatz ist sein Geld wert.“ Mit Jahreswechsel werde das Pilotprojekt in den Regelbetrieb übergehen. Das Land NÖ leiste dafür einen Betrag von rund 800.000 Euro jährlich, erklärte Königsberger-Ludwig.
In der zweijährigen Probephase hat es in der Nacht 553 Alarmierungen und 450 tatsächliche Einsätze gegeben, ein Drittel davon von 21.00 bis 24.00 Uhr. Binnen 24 Minuten ist der Hubschrauber im Schnitt am Notfallort, innerhalb von 60 Minuten können die Patienten an das richtige Klinikum vor Ort transportiert werden. Hauptziele der ersten beiden „Nachtflugjahre“ von „Christophorus 2“ waren die Landeskliniken St. Pölten, Horn, Mistelbach, Wiener Neustadt und Amstetten.
Eingesetzt wurde der Notfallhubschrauber bei Dunkelheit vor allem bei den Indikationen Herzinfarkt und Schlaganfall, aber auch bei schwersten Verkehrsunfällen mit polytraumatisierten Patienten. „Vor 2017 konnten Notfälle nur am Tag mit dem Hubschrauber versorgt werden können. Die vorliegende Einsatzstatistik bestätigt eindrucksvoll den von uns damals eingeschlagenen Weg. Die fixe Einrichtung des Nachtflughubschraubers ist deswegen ausdrücklich zu begrüßen. Er ist in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, zeitgerecht notärztliche Hilfe zu leisten“, so Androsch.


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