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Burnout-Prävention: die vier Tipps gegen Stress und Ausbrennen

Leserartikel Anette Lehmann, 09.01.2015 11:03

Quelle: BKK
Quelle: BKK
Es ist nun ziemlich genau 10 Jahre her, in dem das Schlagwort Burnout im deutschsprachigen Raum Einzug gehalten hat. Wurden Symptome des Ausbrennens damals mit „zuviel Stress“, „Überlastung“ oder anderen Begriffen tituliert, ist das Wort Burnout heutzutage der Sammelbegriff für allerlei psychische Probleme. Tatsächlich stieg die Zahl an Burnout bedingten Fehltagen am Arbeitsplatz beispielsweise in Deutschland von 2004 - 2011 um unglaubliche 1800% (siehe Abbildung). Dieser Trends zieht sich auch in den Folgejahren bis heute weiterhin wie ein roter Faden. Doch solche Zahlen müssen differenziert betrachtet werden. Neben der nur schwer zu ermittelnden, tatsächlichen Mehrerkrankung durch den Wandel unserer Lebensumstände, spielt insbesondere die nicht mehr vorhandene Tabuisierung des Burnouts eine wesentliche Rolle in dieser Entwicklung. War es für den Arbeitnehmer in den 90ern und Anfang der 2000er Jahre noch äußerst peinlich und beklemmend, sich eine psychische Überbelastung einzugestehen, gehen wir heutzutage vollkommen offen mit dieser Art von Erkrankung um. Die Diagnose Burnout wird heutzutage vom Arzt völlig bedenkenlos gestellt und der Arbeitnehmer kommuniziert seinen psychischen Zustand mit dem Arbeitgeber relativ bedenkenfrei.   Dennoch bleibt anzunehmen, dass die moderne Arbeitswelt und unser schnelllebiges, privates Umfeld das Ausmaß an psychischen Überbelastungen in die Höhe treibt. Umso wichtiger ist es die eigene Balance zu finden. Manche nennen es „Entschleunigung“ oder „Stressmanagement“, vielleicht ist es aber einfach das altbewährte „Abschalten“, dass viele von uns heutzutage nicht mehr angemessen beherrschen. Tipp#1: Richtig abschalten   Das Abschalten findet in unserem Alltag heutzutage keinen Platz. Die Arbeit ist allgegenwärtig, Blackberrys und Smartphones rufen unsere Mails und andere Nachrichten fernab vom Arbeitsplatz ab und zwingen uns durch ein seichtes Klingeln, ein Vibrieren oder ein wohlbekanntes „Oh-Oh“ direkt zu reagieren. Wir steigen so unzählige Male am Tag erneut in die Arbeitswelt ein, meist ohne Notwendigkeit. Das gleiche Procedere spielt sich im Privatleben ab. Facebook Pinnwände, WhatsApp Gruppenchats ... unzählige Berührungspunkte, an denen wir immer auf Trab gehalten werden ohne im Grunde zu bemerken, wie sich entsprechende Stressfaktoren auf unser psychisches Befinden haben.   Der Tipp ist also sehr naheliegend und dennoch sehr schwer umzusetzen: Nach der Arbeit einfach mal alle Geräte abschalten und die Seele baumeln lassen. Vielleicht ist es das Buch, welches schon seit letztem Jahr Weihnachten im Schrank steht, vielleicht ist es ein entspannendes Aromabad. Was für die gewünschte Entspannung sorgt, hängt natürlich von den Vorlieben jeder Person selbst ab.   Tipp#2: Richtig und genügend schlafen   Der tägliche Trubel begleitet uns leider oftmals auch in der Nacht. Die vielen Eindrücke des Tages werden nicht selten im Schlaf weiterverarbeitet und sorgen so für unruhigen und im Endeffekt wenig erholsamen Schlaf. In besonders schweren Fällen kann sogar von regelrechten Schlafstörungen gesprochen werden. Oft ignoriert kann diese Tatsache jedoch schwerwiegende Folgen haben. Morgens einen Kaffee mehr trinken, der Energy Drink zwischendurch, Koffein-Tabletten ... wir verfügen über vielfältige Mittel uns wach zu halten und vermeidlich fit zu fühlen.   Wer gut schlafen möchte, sollte bereits vor dem Schlaf einige Dinge in Betracht ziehen. So können beruhigende Musik oder entspannende Klänge vor dem Zubettgehen wahre Wunder bewirken. Ob Dschungelgeräusche oder das Meeresrauschen, wer sich nur 15 Minuten vor dem Schlafen etwas Entspannung verschafft, wird am nächsten Morgen belohnt. Auch ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft ist eine Alternative. Nicht nur um etwas Sauerstoff zu tanken, sondern ebenfalls um den Kopf etwas frei zu bekommen.   Selbstverständlich sollte für jeden sein, nicht zu spät ins Bett zu gehen. Es ist nicht immer realisierbar aber eine Schlafdauer von 7-8 Stunden sollte eigentlich kontinuierlich eingehalten werden.   Tipp#3:Sport Sport findet bei uns oftmals keinen oder nur wenig Raum im Leben. Generell kommt die Bewegung im Alltag viel zu kurz. Abgesehen vom Weg zur nächsten U-Bahn Station und dem anschließenden Weg zum Büro oder der Arbeitsstätte bewegen wir uns nicht genügend. Dabei stammen wir von Jägern und Sammlern ab. Menschen mussten sich mächtig ins Zeug legen, um das Essen für die Familie bereitzustellen. Heutzutage jagen wir höchstens noch das Angebot im nächsten Supermarkt um die Ecke. Die Beute besteht dabei meist aus fetthaltigen und in der Regel ungesunden Lebensmitteln.   Daher ist der sportliche Ausgleich wichtig, nicht nur für das körperliche, sondern auch das psychische Wohlbefinden. Sport macht Spaß, insbesondere wenn er mit Freunden und Bekannten betrieben wird. Die körperliche Betätigung führt dazu, dass wir uns körperlich ausgelaugt fühlen, was jedoch von ausgeschütteten Glücksgefühlen begleitet wird. Auch das Betreiben von Sport führt letzten Endes dazu, dass unser Schlafverhalten positiv beeinflusst wird. Alles in allem gibt es keine Ausreden. Wer die psychische und physische Balance halten will, kommt um ein angemessenes Sportprogramm nicht herum.   Tipp#4:Freude am Leben  Es klingt etwas salopp, wie eine meist als selbstverständlich abgewunkene Empfehlung eines selbsternannten Life-Coaches. Wer sind diese Life-Coaches überhaupt und handelt es sich dabei überhaupt um eine Tätigkeit, die sich als Beruf bezeichnen lässt? Eine Frage, die wir hier nicht beantworten müssen, jedoch ist das eigene Glück und die Freue am Leben der essentielle Bestandteil sich vor psychischen Überlastungen zu schützen.   Vielleicht macht es Sie glücklich, einen festen Tag in der Woche nicht zur Arbeit zu gehen und diesen Tag lieber mit Dingen zu verbringen, die Ihnen wirklich Spaß machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber, Sie wären nicht die erste Person mit einer 80% Stelle.   Vielleicht ist es der regelmäßige Besuch von Freunden, die Sie mit einem vorzüglichen Dinner glücklich machen. Frei nach dem Motto, wer Gutes tut, dem wird Gutes widerfahren. Unterschätzen Sie nicht die Kraft des Gebens und die positiven Signale, die Sie aufgrund entsprechender Gesten empfangen.   Vielleicht ist es auch einfach die Fähigkeit von Zeit zu Zeit auch einmal loszulassen. So sehr Sie Ihre Familie und Ihre Kinder lieben ... sich zeitweise mal eine Auszeit zu nehmen wird Ihnen Gut tun. Besorgen Sie Sich einen Babysitter und verwöhnen Sie Sich und Ihren Partner mit einer Wohlfühlbehandlung im nächstgelegenen Spa. Oder vielleicht ist es für Sie essentiell den einen oder anderen Tag alleine oder nur mit Freunden zu verbringen. Probieren Sie etwas aus und finden Sie die für Sie passenden Rückzugsorte und –rituale.   Geschrieben von Anette Lehmann, Gesundheitsexpertin von der Online Klinik EuroClinix.