Wunschkind: Von der Sehnsucht nach Nachwuchs
HORN. Der Wunsch nach einem Kind ist die natürlichste Sache der Welt. Bei zehn bis fünfzehn Prozent der österreichischen Paare bleibt er heutzutage jedoch unerfüllt. Die „Tiny Feet“ Kinderwunschklinik führt dazu ab sofort regelmäßig kostenlose Informationsabende im Horner Landesklinikum durch. Im Gespräch mit dem Mediziner und ärztlichen Leiter Dr. Rudolf Rathmanner geht Tips diesem Thema auf die Spur.

Durchwachte Nächte und dunkelviolette Ringe unter den Augen, Babyspucke am Shirt, eine überquellende Windeltonne und tinnitusähnliche Ohrgeräusche vom Dauergebrüll: für Paare mit Kinderwunsch klingt das nach dem Paradies. Denn genau danach sehnen sie sich. Nach Normalität und all diesen Herausforderungen. Nach einem kleinen Bündel, das sich schutzsuchend in die Arme kuschelt und bei dem lächelnd nach Ähnlichkeiten zu Mutter und Vater gesucht wird.
Wenn der Storch nicht landen will
Kinder zu haben, bedeutet für uns Menschen Glück und Liebe. Für viele Paare sind sie der lebende Ausdruck ihrer Beziehung und vervollständigen diese. Umso schmerzhafter und belastender wird das Ausbleiben des ersehnten Nachwuchses erlebt. Geht der gemeinsame Kinderwunsch nicht von selbst in Erfüllung, steht die Beziehung oft vor der Zerreißprobe. Die zusätzlichen, scheinbar harmlosen Nachfragen von Familie und Freunden nach dem ausbleibenden Familienzuwachs kann zu schweren psychischen Belastungen führen, die zum Teil erheblich sein können.
Tips: Ab welchem Zeitpunkt sollte man auf medizinische Hilfe zurückgreifen? Wie sehen die ersten Schritte für eine Beratung aus?
Dr. Rudolf Rathmanner: Nach einem Jahr erfolgloser Versuche ist es empfehlenswert, einen Kinderwunschspezialisten aufzusuchen. Wir bieten dazu einerseits kostenlose Infoabende – der nächste erfolgt am 22. September in Horn – als auch persönliche Erstgespräche an. Diese dauern zirka eine Stunde und geben dem Paar die Gelegenheit, alle Fragen abzuklären. Unsere Ansprechpartnerin für den Bezirk Horn ist Karin Jahn-Felsner.
Tips: Woran liegt es, dass Paare heutzutage immer öfter Schwierigkeiten haben, Eltern zu werden?
Dr. Rudolf Rathmanner: Dies liegt an verschiedenen Faktoren, die ganz unterschiedlich gelagert sein können und reicht von Indikationen wie Endometriose (eine Eileitererkrankung) bei Frauen oder eingeschränkter Samenqualität bei Männern über psychische Faktoren bis zum Faktum, dass viele Paare ihren Kinderwunsch erst nach 35 erfüllen wollen. Wichtig ist, dass die Problematik sowohl bei Männern als auch bei Frauen gleichermaßen auftritt, es daher umso wichtiger ist, dass eine Abklärung für beide Partner erfolgt.
Tips: Statistisch betrachtet: wie vielen Paaren bleibt der Kinderwunsch trotz medizinischer Indikation komplett verwehrt?
Dr. Rudolf Rathmanner: Aufgrund neuer gesetzlicher Möglichkeiten wie etwa der Eizellspende, gibt es so gut wie keine Fälle mehr in denen der Kinderwunsch komplett verwehrt bleibt. Dies gilt auch für Männer, sowohl für onkologische Patienten als auch Männer, die eine Vasektomie (Durchtrennen des Samenleiters) durchgeführt haben.
Tips: Haben Sie einen persönlichen Rat an Paare mit Kinderwunsch?
Dr. Rudolf Rathmanner: Eine rasche Abklärung beider Partner. Je früher eine Abklärung stattfindet, umso besser sind die Chancen einer Schwangerschaft. Oft ist dabei nicht einmal eine künstliche Befruchtung notwendig, anstatt dessen kann mit assistierter natürlicher Befruchtung, wie etwa durch Insemination (Übertragung des männlichen Samens) bereits ein Erfolg erzielt werden. Wichtig: in Österreich ist jedes 12. Paar von einer Form der Subfertilität betroffen, man ist also nicht alleine.
Aus dem Reagenzglas
Neben einer Samenübertragung bei der die Samenzellen aufbereitet und direkt mittels Katheter in die Gebärmutter der Frau übertragen werden, gibt es auch die Möglichkeit zur In-vitro-Fertilisation (IVF). Dabei werden einige 100.000 Samenzellen jeweils zu einer Eizelle hinzugefügt. Das beste Spermium sucht sich dann selbst den Weg in die Eizelle, die anschließend der Frau eingesetzt wird.
Dr. Rudolf Rathmanner: Die österreichische In-vitro-Fertilisation ist weltweit führend und bietet ausgezeichnete Möglichkeiten. Dazu kommt, dass aufgrund der Unterstützung des IVF Fonds zwei Drittel der Kosten einer künstlichen Befruchtung für die meisten Patienten übernommen werden, das heißt, dass das Thema auch finanziell durchaus zu bewältigen ist.
Für weitere Fragen steht das Team rund um den Experten bei den kostenlosen Beratungsterminen im Horner Landesklinikum zur Verfügung (siehe Info-Box).
Kinderwunsch-Beratungsstelle
im Landesklinikum Horn
Spitalgasse 10, Erdgeschoss
Termine für eine kostenlose Beratung
Do., 22. September 18.30 Uhr
Mo., 24. Oktober 18.30 Uhr
Do., 01. Dezember 18.30 Uhr
Teilnahme nur nach Anmeldung
Tel.: 02622/64493 oder per
E-Mail: horn@tinyfeet.at
Aus organisatorischen Gründen sollte dabei auch mitgeteilt werden, ob ein kurzes persönliches Beratungsgespräch im Anschluss erwünscht ist.


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23.09.2016 12:34
Alternative
Bei uns wollte der Storch auch sehr lange nicht landen. Durch Zufall wurde ein PCO-Syndrom festgestellt und meine Frau musste Clavella einnehmen. Wir standen zu dem Zeitpunkt vor der Entscheidung: künstliche Befruchtung ja? nein?. Wir wollten diese Möglichkeit testen und falls es wieder nicht klappte würden wir diesen Weg wagen. Nach ca. 5 Monaten erfüllte sich jedoch unser Wunsch nach einem Kind und meine Frau wurde Schwanger. Nun ist sie in der 20 SS-Woche und wir hoffen dass alles gut weiter geht. Manchmal hilft die richtige Diagnose weiter.
25.09.2016 20:24
Wir drücken die Daumen!!!
Vielen Dank für Ihren Kommentar und den sehr persönlichen Einblick! Wir gratulieren sehr herzlich zur erfolgreichen Schwangerschaft und wünschen Ihnen weiterhin alles erdenklich Gute! Das Team von Tips!