Traditionsunternhemen: Identitätsstiftend für die Region
BEZIRK HORN. Ihre starke Verbindung mit dem Land und seinen Menschen drücken Familien- und Traditionsunternehmen durch ihr starkes Bewusstsein für ihre soziale Verantwortung aus. Ihr Konzept lautet nicht Wachstum um jeden Preis, sondern stetes, kontinuierliches Wachstum, das Bestand hat.

Es gibt vieles, was man sich als Unternehmer für viel Geld kaufen kann. Folgendes allerdings nicht: Tradition, erfolgreiche Firmengeschichte und gewachsene Kundenbindungen vor Ort.
Tips bat Wirtschaftskammer Horn Bezirksstellenleiterin Sabina Müller zu diesem Thema zum Gespräch.
Tips: Was macht für Sie ein Traditionsunternehmen aus?
Sabina Müller: Sich über eine längere Zeit, oft über mehrere Generationen hinweg (sofern es sich um Familienunternehmen handelt) am Markt bewährt zu haben. Stolz zu sein auf die eigene Firmengeschichte und gleichzeitig zukunftsorientiert zu denken und zu handeln. Kurz gesagt, vieles von dem was man heutzutage unter dem Begriff Nachhaltigkeit subsumiert.
Tips: Welche Bedeutung haben diese Unternehmen für den Bezirk Horn?
Sabina Müller: Eine enorme. Ohne Zweifel sind unsere Traditionsunternehmen für die Region identitätsstiftend. In wirtschaftlicher Hinsicht sind diese Unternehmen für uns schlichtweg unverzichtbar. Sie bieten nicht nur Arbeitsplätze, sondern schaffen die Lebensgrundlage für viele Familien – und das bereits seit langer Zeit.
Tips: Wird es Ihrer Ansicht nach schwieriger bei Betrieben in Familienbesitz einen Übernehmer aus der eigenen Familie zu finden?
Sabina Müller: Bei Familienunternehmen ist es nicht selten eine Herausforderung, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Nicht jede Nachfolgegeneration kann oder will in die Fußstapfen der Älteren treten. Natürlich haben viele traditionelle Unternehmen oftmals auch mit der internationalen Konkurrenz zu kämpfen. Traditionsunternehmen bieten Qualitätsware oder Leistungen, die eben ihren Preis haben. Nicht immer sind aber die Kunden bereit, dies anzuerkennen. Umso wichtiger ist es, immer wieder auf die Stärken und die Bedeutung der Traditionsunternehmen hinzuweisen.
Tips: Wie sieht es mit der sozialen Verantwortung, Stichwort Arbeitsplatzsicherheit, aus?
Sabina Müller: Da solche Unternehmen oft sehr familiär geführt werden, ist der Zusammenhalt ungleich größer als dies etwa bei multinationalen Konzernen der Fall ist. In der Region verankerte Traditionsunternehmen sind sich ihrer gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung bewusst und bringen dies in vielfacher Weise zum Ausdruck. Beispielsweise in der Arbeitsplatzsicherheit sowie mit Sponsoring bei lokalen Vereinen und Veranstaltungen.
Tips: Was zeichnet Traditionsunternehmen in Krisenzeiten aus?
Sabina Müller: Sie versuchen zumeist solange es geht ihre Mitarbeiter zu halten, eben weil sie langfristig denken. Vor allem Traditionsunternehmen wissen aufgrund ihrer Erfahrung zudem, wie schwierig es ist, gute Leute zu bekommen, wenn es wieder aufwärts geht.
Tips: Was können diese Betriebe für die Lehrlingsausbildung und Fortbildung leisten? (Exkurs: Aktuelle Statistik für Österreich: Jeder fünfte scheitert bei Lehrabschlussprüfung)
Sabina Müller: Da solche Unternehmen langfristig agieren, wissen sie nur zu gut, wie wichtig gut ausgebildete aus der Region kommende Fachkräfte sind. Aus- und Fortbildung hat bei Traditionsunternehmen immer einen hohen Stellenwert.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden