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BEZIRK HORN. Die endgültigen Zahlen der Creditreform Firmeninsolvenzstatistik für das Gesamtjahr 2015 zeigen, dass österreichweit die Gesamtzahl der Firmeninsolvenzen mit 5422 Verfahren auf den niedrigsten Stand seit 2002 zurückgegangen ist. Entgegen dieser Werte kam es im Bezirk zu einem Plus von 57,1 Prozent bei den Unternehmerinsolvenzen. Im Bereich der Privatwirtschaft punktet der Bezirk Horn hingegen mit einem Rückgang von 30 Prozent.

Symbolfoto: Wodicka
Symbolfoto: Wodicka

Zeigte die Insolvenzentwicklung im Jahr 2014 noch zehn Privatinsolvenzen für den Bezirk Horn, verzeichnete die Statistik für das Jahr 2015 sieben Fälle.

Mit sieben insolventen Firmen im Jahr 2014 schlägt der Anstieg auf elf Fälle im Vorjahr mit fast 60 Prozent zu Buche.

Privatkonkurse steigen nach fünf Jahren wieder kräftig an

Sowohl die hohe Arbeitslosigkeit, als auch die steigenden Lebenshaltungskosten führen zu mehr Insolvenzen. Angesichts der wenig erfreulichen Konjunkturaussichten ist zu noch mehr Vorsicht im Umgang mit Geld geboten. Der allgemeine Konsumdruck und verlockende Werbeaktionen mit „kostenloser“ Finanzierung sollen nicht davon ablenken, dass am Ende des Tages auch gezahlt werden muss.

Einmal mehr fordert Creditreform die Einführung eines Pflichtschulfaches „Finanzbildung“, da das Wissen um Kredit und Zinsen genauso zur Allgemeinbildung wie Lesen, Schreiben und Rechnen gehört. Nur mündige Bürger sind auch selbstverantwortliche Konsumenten, die sich vor voreiligen Entscheidungen mit finanziellen Folgewirkungen schützen können.

Vorausschauendes Kreditrisikomanagement

Die Hauptursachen der Firmeninsolvenzen liegen in Managementfehlern, gefolgt vom Kapitalmangel und der angespannten Wirtschaftslage.

Betroffen sind vor allem Klein- und Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer (rund 20.000) ist aufgrund der Zielpunkt-Insolvenz leicht angestiegen. Die Höhe der Insolvenzpassiva (etwa zwei Milliarden Euro) als auch die Zahl der betroffenen Gläubiger (58.000) ist gesunken.

Prognose 2016

Da keine spürbare Entlastung des Arbeitsmarktes zu erwarten ist, ist auch 2016 mit einem weiteren Zuwachs der Privatinsolvenzen auf erstmals über 10.000 Schuldenregulierungsverfahren zu rechnen. Die Insolvenzgründe liegen in mehreren zusammenfallenden Ereignissen, angeführt von Jobverlust, gescheiterter Selbstständigkeit und im sorglosen Umgang mit Geld. Hauptgläubiger sind Banken, Mobilfunk-Unternehmen und Energieversorger.?


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