Biolandwirtschaft als starkes Pferd für den Klimaschutz
WEITERSFELD. Ökologisch schonend wirtschaften und leben, verbunden mit Genuss, Lebensfreude und sanftem Tourismus – das ist das Motto der Familie Reinthaler in Weitersfeld. Aufgrund dieses Engagements wurde der Bio-Weinbaubetrieb für den Österreichischen Klimaschutzpreis nominiert und kämpft nun in der Kategorie „Landwirtschaft“ mit drei weiteren Mitbewerbern um den Sieg.

Insgesamt 16 Projekte haben die Fachjury von ihren zukunftsweisenden Ideen für den Klimaschutz überzeugt und stellen sich nun der Publikumswertung.
Reinthaler setzt auf Nachhaltigkeit
Sowohl im Weingarten und im Betrieb, als auch bei der Verpackung und Herstellung setzt das Team vom „Weinkutscher“ auf biologische Wirtschaftsweise. Der Bio-Bauernhof befindet sich am Manhartsberg, noch im Waldviertel. Die Trauben allerdings reifen an den Süd-Ost-Hängen des Manhartsberges und somit im Weinviertel. Rinder, Pferde, Schafe und Schweine führen auf dem Hof ein herrliches Leben. Sie fressen das Futter vom eigenen Feld und ihr Mist kommt als wertvoller Dünger wieder zurück aufs Feld. So schließt sich der biologische Kreislauf der Natur. Zwei Mal im Jahr gibt es einen Heurigenbetrieb, bei dem Produkte aus Bio-Weinbau, Ackerbau und von den hofeigenen Rindern, Schweinen und Schafen angeboten werden. Sorgfältige Bodenbearbeitung, Mischkultur, Mulchung und Düngung mit Brennnesseljauche und Mist sorgen nicht nur für einen gesunden Boden, sondern auch für Artenvielfalt. Viel Arbeit und Zeit wird im Keller aufgewendet, um Traubensaft und Wein ohne Einsatz tierischer Stoffe herzustellen. Der bewusste Einsatz von Leichtflaschen verringert den Energieaufwand bei der Herstellung und beim Transport. Geheizt wird mit Holz aus dem eigenen Wald, die Sonne liefert Warmwasser und übers Jahr mehr Strom als am Hof gebraucht wird. Durch den sparsamen und bewussten Einsatz von erneuerbarer Energie erhöht sich die Unabhängigkeit.
Tips: Wie kamen Sie zur „nachhaltigen Landwirtschaft“ und wie lange wird der Betrieb in dieser Form bereits geführt?
Stefan Reinthaler: Es gibt keinen Stichtag, an dem mit der nachhaltigen Landwirtschaft begonnen wurde. Das ist ein Entwicklungsprozess, bei dem Schritt für Schritt immer mehr auf die Unabhängigkeit und Nachhaltigkeit geachtet wurde. Dazu zählen die Solaranlage, Photovoltaik, die Kreislaufwirtschaft mit Humusaufbau, bei dem auch die Tierhaltung eine wichtige Rolle spielt. Im Weinbau werden unter anderem pilzwiderstandsfähige Rebsorten kultiviert, die ohne Spritzmittel auskommen. Bei der Verpackung setzen wir auf die neue 350 Gramm Leichtglas-Weinflasche, die Ressourcen schont.
Tips: Die Einreichung zum Klimaschutzpreis erfolgt durch die Betriebe – wer kam auf die Idee sich zu bewerben?
Stefan Reinthaler: Nachdem wir im Vorjahr die Beiträge zum Klimaschutzpreis mit Interesse verfolgten, dachten wir über unseren Betrieb nach und beschlossen, dass wir auch einreichen wollen.
Tips: Wie hoch schätzen Sie Ihre Gewinnchancen ein? Womit kann der „Weinkutscher“ am meisten überzeugen?
Stefan Reinthaler: Wir sind von den vier nominierten Betrieben der mit Abstand kleinste und noch ein richtiger Familienbetrieb. Wir hoffen auf große Unterstützung unserer Freunde und Kunden. Unsere Stärke ist eindeutig die Vielfalt am Bauernhof bei ursprünglicher kleiner Struktur.
Jede Stimme zählt
Noch bis 7. November ist es möglich, den sympathischen, ambitionierten Familienbetrieb zu unterstützen.
Mitstimmen
Abstimmung per Telefon, Internet und Facebook
Nähere Infos unter http://www.klimaschutzpreis.at/


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