Heimhelferin mit Herz seit fast 30 Jahren im Einsatz
Edith Pucher ist beim Hilfswerk in Katzelsdorf tätig und spricht mit Tips über ihre Berufung.

„Für die Altenpflege muss man geboren sein“, sagt Edith Pucher und im Laufe des Gespräches mit ihr merkt man, dass sie Betreuerin mit Leib und Seele ist.
Seit fast 30 Jahren ist Edith Pucher beim Hilfswerk tätig und sie macht ihre Arbeit gerne. „Am besten gefällt mir die Arbeit mit alten Menschen. Jeder hat seine Lebensgeschichte und jeder ist verschieden, erzählt die 59-Jährige, die in Hochwolkersdorf lebt.
Beginn der Arbeit
Eigentlich ist Edith Pucher, die gelernte Schneiderin ist, durch Zufall zu ihrem jetzigen Beruf gekommen. Das Hilfswerk ist im Jahr 1988 auf sie zugekommen, ob sie im Rahmen der „Nachbarschaftshilfe“ einige Stunden auf eine demente Frau im Dorf aufpassen könnte. „Ich habe mir damals gedacht, probieren kann ich es ja und so bin ich zum Hilfswerk gekommen.“
Edith Pucher war ein Jahr lang als Nachbarschaftshelferin tätig und hat dann 1989 die Ausbildung zur Altenhelferin gemacht.
Ihre Aufgaben
Die Aufgaben von einer Heimhelferin beim Hilfswerk sind vielfältig und abwechslungsreich. Es geht von der Körperpflege über Haushalt (Einkaufen, Einheizen im Winter, u.v.m.) bis hin zu Fahrten zu Ärzten und Hilfestellung beim Essen.
Wichtig für Edith Pucher ist es vor allem auf die Kunden einzugehen. immerhin kommt man als Betreuer in die Privatsphäre der Menschen. „Wir kommen in das Privathaus der Kunden, sie sind hier zuhause und da muss man sehr einfühlsam sein.“ Edith Pucher passt auf, wieihre Kunden früher gelebt haben. Zum Beispiel hatte sie eine Kundin, auf deren Stiegen immer eine saure Suppe gestanden ist. „Die habe ich nicht wegschmeißen dürfen“, erinnert sich Pucher. Diese Generation hat es nach den Kriegen nicht einfach gehabt und von Sachen wegschmeißen konnte keine Rede sein.
Prägende Erfahrungen
Geprägt hat Edith Pucher aber auch die Arbeit mit Sterbenden. „Wir betreuen unsere Kunden ja bis zum Ende“, erklärt Pucher, die auch eine Sterbehilfe- Seminar besucht hat. „Ich erinnere mich an eine Kundin, die sehr positiv eingestellt war zum Tod. Sie hat sich von allen verabschiedet und dann noch auf ihren Neffen gewartet. Nachdem er gekommen war, hat die Frau gesagt: morgen gehe ich heim. Dann hat sie nach den Bildern ihrer Enkel verlangt und dann die Augen zu getan. Das war für mich eine schöne Erfahrung mit dem Tod“, sagt Edith Pucher bewegt.
Sehr wichtig in ihrem Beruf sei es aber Distanz zu halten. „Man kann Mitleid haben, aber man darf den Kunden nicht mitnehmen. Man muss sich selbst schützen“, betont Pucher.
In Dezember in diesem Jahr geht Edith Pucher nach fast 30 Jahren in Pension. Sie geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich werden mein Zuhause genießen. Ich konzentriere mich dann auf meine Familie und meine Enkelkinder, außerdem bin ich in der Pfarre sehr engagiert. Es wird ein anderer Lebensabschnitt.“
Das Hilfswerk
Das Hilfswerk Wiener Neustadt/ Land umfasst die Bucklige Welt, Katzelsdorf bis Schwarzenbach und die Gemeinden rund um die Hohe Wand. Es gibt 40 Mitarbeiter, die 140 bis 150 Kunden betreuen. Zu den Mitarbeitern gehören Heimhelfer, diplomierte Fachkräfte, Pflegeassistenten, Physio- und Ergotherapeuten. Angeboten wird die mobile Pflegeberatung, Begleitung pflegender Angehöriger, Hauskrankenpflege und Heimhilfe, 24-Stunden-Betreuung, mobile Physio- und Ergotherapie, sowie das Notruftelefon und das Hilfswerk Menüservice.
Mehr Informationen zu den verschiedenen Angeboten und zum Hilfswerk selbst gibt es auf der Homepage unter www.hilfswerk. at.<


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