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KEFERMARKT. „Die Bauern sind nicht die Alleinschuldigen am Milchüberschuss“, sagt Hannes Winklehner, Bezirksobmann des Unabhängigen Bauernverbands (UBV). Wohl aber würden alle Bauern die Zeche für falsche Entscheidungen der Politik zahlen.

Beklagen Fehlentscheidungen der Politik: UBV-Bezirksobmann Hannes Winklehner und Christian Kernecker, Ortsbauernobmann aus Waldburg

„Nicht die Bauern, sondern die Politiker haben die Rahmenbedingungen für die derzeitige Situation auf dem Milchmarkt geschaffen“, sagt Hannes Winklehner. Vorrangig seien es falsche Entscheidungen des ÖVP-Bauernbundes gewesen, die die Milchbauern nun bluten lassen.

Bauern globale Verlierer

„Der UBV hat immer davor gewarnt, dass wir auf einem globalen Markt ohne Milchmengenregulierung in Europa die Verlierer sein werden“, sagt der Obmann, der im Bezirk rund 100 Bauern vertritt.

In der OÖ Landwirtschaftskammer (LWK) ist Winklehner für den UBV als Kammerrat aktiv. „Mehrmals hat der UBV in Anträgen an die LWK-Vollversammlung versucht, eine von der EU erlaubte Mengensteuerung am Milchsektor sowie die Tierprämien wieder einzuführen“, sagt er.

„Wie Protokolle belegen, wurden diese Anträge immer von der Bauernbund-Mehrheit abgelehnt.“ Wie schon so oft werde das Versagen der regierenden Bauernvertretung auf die Schultern der Bauern abgewälzt.

Entscheidung in Brüssel

Diese Vorwürfe will Bauernbund-Bezirksobmann Josef Mühlbachler aus Liebenau naturgemäß nicht unwidersprochen hinnehmen. „Es ist in den Jahren 2005, 2006 schon auf europäischer Ebene festgestanden, dass die Milchquote 2015 fällt, 2007 ist dieser Beschluss mit der GAP-Reform in Kraft getreten. Da kann der UBV auf Landesebene hundert Anträge stellen, es hat doch keinen Sinn“, spricht Mühlbachler von reinem politischen Theater. „Die Entscheidung ist in Brüssel gefallen, da nehme ich für den Bauernbund keine Schuld auf mich.“ Nichtsdestotrotz sei auch bei ihm die Sorge um die Milchbauern groß.


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