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KEFERMARKT. Viel Praxiserfahrung sammeln – das gehört zum „Credo“ der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe in Linz-Urfahr. Die angehenden Sozialbetreuerinnen für Familienarbeit, Cornelia Weißmair (21) aus Kefermarkt und Amelie Graml (21) aus St. Georgen bei Grieskirchen, machten ein Praktikum am Jugendhof Obermeyer im Teutoburger Wald bei Osnabrück. 

Amelie Graml (l.) und Cornelia Weißmair sammelten Praxiserfahrung. Foto: Graml/Weißmair
Amelie Graml (l.) und Cornelia Weißmair sammelten Praxiserfahrung. Foto: Graml/Weißmair

Wie man Kindern aus einer in vielfacher Weise überlasteten Familie Halt gibt, deren Eltern beispielsweise psychisch krank sind, Alkohol- oder Drogenprobleme haben, lernen die angehenden Sozialbetreuerinnen in den Caritas-Schulen nicht nur aus Büchern. Zur Ausbildung gehören Praktika in verschiedenen Bereichen der Sozialarbeit. Viele nutzen diese Gelegenheit, auch über die Grenzen Österreichs zu schauen. So wie Amelie Graml und Cornelia Weißmair, die ihre praktischen Erfahrungen auf einem Jugendhof bei Osnabrück in Deutschland verbrachten.

„Kinder sollen in gefestigtem Umfeld aufwachsen“

Zwei Monate unterstützten sie das Team, das von der Kinder- und Jugendhilfe vermittelte Minderjährige im Alter von drei bis 17 Jahren betreut. „Die Kinder und Jugendlichen kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen und sind deshalb oft auffällig in ihrem Verhalten. Damit ihre Entwicklung durch die Probleme nicht beeinträchtigt wird, kommen sie auf den Jugendhof“, erzählen Graml und Weißmair. 87 Mitarbeiter betreuen 58 Kinder und Jugendliche in familienähnlichen Strukturen. „Ziel ist es, während der Abwesenheit der Kinder die Familien zu stabilisieren, sodass die Kinder wieder dauerhaft zurück können. Wenn das nicht umsetzbar ist, geht es darum, die Kinder am Hof weiter zu begleiten, sodass sie in einem gefestigten Umfeld aufwachsen können.“ 

Cornelia Weißmair aus Kefermarkt war bei den jüngsten Bewohnern von drei bis sieben Jahren im Einsatz, während Amelie Graml aus St. Georgen in der Wohngruppe für acht bis 17-Jährige arbeitete. „Unser Dienst begann meistens zu Mittag, weil ja am Vormittag Kindergarten oder Schule war. Die Jüngeren wurden von der Schule oder dem Kindergarten abgeholt, dann gab es ein gemeinsames Mittagessen. Am Nachmittag standen gemeinsames Spielen, Vorlesen oder die Schulaufgaben am Programm. Bei den Älteren gab es nachmittags verschiedene Sportangebote, einen Hoftag, wo gemeinsam die Tiere versorgt wurden oder verschiedene Ausflüge“, erzählen die beiden Schulkolleginnen.

Herausforderungen und Konflikte

Weißmair wurde herzlich von den Jüngeren empfangen, allerdings gab es auch Herausforderungen für sie: „Wenn ich bei Konflikten mit den Kindern nicht weiter gewusst habe, konnte ich mir jederzeit Unterstützung von den Kollegen holen. Ich habe dabei unglaublich viel gelernt.“ Insgesamt verbrachten sie acht Wochen am Jugendhof. Sie sind sich einig, dass sie sich von diesem Schulpraktikum nicht nur sehr viel für ihren späteren Beruf, sondern auch für sich persönlich mitnehmen konnten. Am Donnerstag, 5. März findet von 10 bis 16 Uhr der Tag der offenen Tür bei der Caritas-Schule am Schiefersederweg 53 in Linz statt.


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