BEZIRK LINZ-LAND. Im letzten Teil der Tips-Sommergespräche spricht SP-Bezirksfrauenvorsitzende und Landtagsabgeordnete Gisela Peutlberger-Naderer über die Themen, die aus ihrer Sicht jetzt und in Zukunft für den Bezirk Linz-Land wichtig sind.

Tips: Sie sind sowohl im Landtag aber auch viel im Bezirk Linz-Land tätig. Wie lässt sich beides vereinbaren?
Peutlberger-Naderer: Linz-Land ist ein sehr spannender Bezirk und als Bezirksfrauenvorsitzende sehe ich mich als eine Art „Betriebsrätin“, die zwischen Land und den Gemeinden vermittelt. Nach 25 Jahren Erfahrung in der Politik lässt sich das gut umsetzen, da ich im Bezirk vor Ort bin – dann kann man auch auf Landesebene dementsprechend gut als Bindeglied fungieren. Die 22 Gemeinden im Bezirk sind vom Status her ja sehr unterschiedlich, alleine wenn man die Einwohnerzahlen betrachtet, da gehen die Themen nie aus. Man muss aber festhalten, dass beide Tätigkeiten auf einer jeweils anderen Ebene stattfinden.
Tips: Als Sozialausschuss-Vorsitzende wissen Sie um die Probleme im Sozialbereich, wie z.B. fehlende Mitarbeiter oder zu geringe Gehälter im Pflegebereich. Wie ist die Situation im Bezirk?
Peutlberger-Naderer: Für Soziales ist der Bezirk vergleichsweise sehr gut ausgestattet. Wir haben alleine sieben Altenheime, die auf den neuesten Stand gebracht werden. Jetzt kommt bald ein Neubau in Ansfelden dazu. Auch der Arbeitsmarkt im Sozialbereich ist dadurch ein großer und wichtiger, hier leistet der Bezirk einen wichtigen Anteil im Land Oberösterreich. In puncto Gehälter muss man noch enger mit den Betriebsräten zusammenarbeiten, hier braucht es noch mehr Balance und mehr Ausbildungsmaßnahmen.
Tips: Im Bezirk Linz-Land gibt es kein einziges Frauenhaus - ein Wermutstropfen für Sie als SP-Bezirksfrauenvorsitzende?
Peutlberger-Naderer: Für ein Frauenhaus ist ein regionaler Bedarf im Bezirk nicht gegeben. In Linz-Land gibt es viele gute Beratungsstellen und es herrscht ein guter Zusammenhalt in den Gemeinden. So werden betroffenen Frauen und Kindern zum Beispiel Übergangswohnungen in den Gemeinden zur Verfügung gestellt.
Tips: Bald wird entschieden, ob die Westbahnstrecke viergleisig zum Flughafen verschwenkt oder am Bestand ausgebaut werden soll – wie ist Ihre Position dazu?
Peutlberger-Naderer: Das ist natürlich ein Thema, das auf einer anderen Ebene entschieden wird. Ich selbst würde den Ausbau jedoch auf der geraden Strecke belassen.
Tips: Wie ist Ihr Standpunkt zum Thema Integration?
Peutlberger-Naderer: Medial werden leider viel zu oft Dramen vermittelt, das verängstigt die Bevölkerung. Diese Negativstimmung bringt uns gesellschaftlich nicht weiter. Erst wenn wir unsere Familien gegenüber anderen Kulturen öffnen, werden sich die Migranten integrieren. Sonst suchen sie sich ausschließlich untereinander Freunde und es bilden sich Parallelgesellschaften. Ich habe vor fünf Jahren die Patenschaft eines pakistanischen Flüchtlings übernommen – mittlerweile ist er Koch und macht gerade den Führerschein. Die meisten sind dann stolz, einen Einheimischen zu kennen.
Zur Person
- Gisela Peutlberger-Naderer
- geboren am 23. Jänner 1959
- wohnt in Kematen an der Krems
- in Partnerschaft, zwei Kinder
Funktionen:
- Landtagsabgeordnete (SPÖ, Bezirk Linz-Land)
- Bereichssprecherin für Europa, Landwirtschaft und Tierschutz
- SP-Bezirksfrauenvorsitzende Linz-Land
- Sozialausschuss-Vorsitzende
- SPOÖ-Klubobmann-Stellvertreterin
RICHTIGSTELLUNG: In der Printausgabe Tips Linz-Land (KW 36, S. 22) wurde Labg. Gisela Peutlberger-Naderer irrtümlich als „SP-Bezirksparteiobfrau für Linz-Land“ bezeichnet. SP-Bezirksparteivorsitzender für Linz-Land ist jedoch Nabg. Hermann Krist. Gisela Peutlberger-Naderer ist als oö. Landtagsabgeordnete für den Bezirk Linz-Land und zudem als SP-Bezirksfrauenvorsitzende Linz-Land tätig.


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