Die Pielachtaler Holzwerkstätten
KIRCHBERG/PIELACH. 1999 gegründet, gelten die Pielachtaler Holzwerkstätten (“Linie 8“) als älteste Tischlerkooperation Österreichs.

Mitglieder dieser Kooperation sind acht holzverarbeitende Betriebe aus dem Pielachtal. „Die Zusammenarbeit besteht aus Auftragskooperation, gemeinsamem Materialeinkauf oder der Unterstützung mit Arbeitspotenzial – das war die Gründungsidee und diese ist immer noch aufrecht“, erklärt Obmann Leopold Gansch.
Kennzeichen der „Linie 8“
„Unsere Möbel zeichnen sich durch heimische Materialien, schlichten, bodenständigen Stil sowie durch eine zeitgemäße Linie aus“, so Gansch. Derzeit seien vor allem Stücke aus Zirbenholz gefragt.
Ökologische Kreisläufe
„Wir wollen mit unserer Arbeit ökologische Kreisläufe vermitteln und die Konsumenten für qualitätsvolles Tischlerhandwerk begeistern“, unterstreicht der Obmann. Es gebe, wie auch im Lebensmittelbereich, Konsumenten, die auf Qualität Wert legen oder auch nicht. „Wichtig ist mir hier die sozialökonomische Orientierung: Arbeitsplätze und Kaufkraft sollen in der Region bleiben. Man muss sich überlegen, ob man ein Produkt kaufen will, bei dem die Möbelteile aus China kommen, in Vietnam zusammengeschraubt werden und in Indien die Beschläge drauf kommen“, so Gansch. Die Möbel der „Linie 8“ seien nicht viel teurer als die Massenware und „wir produzieren aus unserer Region heraus und stellen alles in der Region her“, betont der Obmann.
Besondere Lehrwerkstätte
Seit 2009 beheimatet die „Linie 8“ auch eine Lehrwerkstätte, die in Kooperation mit dem AMS und dem BFI gegründet wurde. „Es handelt sich dabei um eine zwischenbetriebliche Lehrwerkstätte, die für Jugendliche gegründet wurden, die nicht leicht in Betrieben unterkommen und zum Teil aus schwierigen familiären Verhältnissen stammen“, so Gansch.
Derzeit 15 Lehrlinge
Derzeit werden laut dem Obmann in der zwischenbetrieblichen Lehrwerkstätte 15 Lehrlinge ohne großen Leistungsdruck, dafür mit viel Motivation und Einfühlungsvermögen ausgebildet. „Insgesamt haben wir zirka 20 Lehrlinge zur Gesellenprüfung gebracht und etwa ein Drittel hat mit gutem bzw. ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen. Das zeigt die Qualität unserer Ausbildung. Die Lehrwerkstätte ist die einzige zwischenbetriebliche Werkstätte, die von der Wirtschaftskammer anerkannt ist. Die Lehrlinge haben eine Praxisrotation in den acht Betrieben der „Linie 8“, die den gesamten Tischler-Bereich abdecken“, so Gansch. Abgesehen von der Praxisrotation finde die Hauptausbildung in der Lehrwerkstätte und der Berufsschule statt. „Daneben werden natürlich in unseren Betrieben auch konventionell Lehrlinge ausgebildet – derzeit sind es zehn“, erklärt der Obmann.
Erfolg 2016
Lehrwerkstättenleiter Hubert Auer ist vom Geschick der Jugendlichen begeistert: „Wenn die Motivation stimmt, dann sind Erfolge nicht weit entfernt. Wir sind eine große Familie, wo auch Platz für diverse Probleme ist – gemeinsam sind wir stark.“ So konnte die Lehrwerkstätte auch 2016 als Gewinner des von der Wirtschaftskammer NÖ ausgeschriebenen KreativPreises hervorgehen.
Infos: www.linie8.at


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