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KIRCHBERG. Wer mit der LILO in der Ortschaft Thürnau vorbeikommt, dem bietet sich seit Kurzem ein ungewöhnlicher Ausblick. Direkt neben der Bahntrasse grasen auf einer Koppel vier Kamele. Wahrlich sind Pascal, Sissi, Ilse und Flauschi so weit abseits jeder Wüste ein Blickfang.

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Verantwortlich für das neue Gesprächsthema in der Gemeinde ist Markus Koplmüller, der nach 25 Jahren in Wien gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Michael Patzak und den vier Kamelen vor ein paar Wochen wieder in sein Elternhaus in der Thürnau zurückgekehrt ist. „Ganz am Anfang ist der Zug sogar einmal stehen geblieben“, sagt Markus und freut sich über die Aufmerksamkeit für seine Trampeltiere.

Beruhigende Ausstrahlung

Auch Spazierengeher stehen oft am Zaun und beobachten die Tiere. „Kein Wunder“, findet Markus. Er selbst spricht von einem regelrechten Kamel-Virus, der ihn infiziert hat.

„Die Tiere sind ein so beruhigender Anblick, da fällt aller Stress von einem ab. Wenn ich nach der Arbeit mit ihnen spazieren gehe, bin ich total ausgeglichen.“

Dass man auf den Trampeltieren auch einmal Kinder reiten lassen kann, dafür sorgt der gelernte Tierpfleger und Tiertrainer Michael Patzak: „Ich habe im Tierpark Schönbrunn gelernt, dort bin ich quasi auf die Kamele gekommen.“

Zuletzt war er Chef der „Kamelabteilung“ in Schloss Hof, einem der größten der Marchfelder Schlösser in Niederösterreich. Dass man Kamele bei uns nicht öfter sieht, können sich die beiden auch nicht erklären.

„Sie halten minus 40 bis plus 40 Grad gut aus und sind viel einfacher zu halten als ein Pferd. Zumal sie die Wiese nicht so versauen, weil sie viel sanfter auftreten.“ Mit dem Klimawandel hat das Auftauchen von Trampeltieren in unseren Breiten also wenig zu tun.

„Gelenkt“ werden Kamele mit sanftem Druck auf die Nase

Das Reiten funktioniert bei den Kamelen aber nicht wie bei den Pferden mittels Zaumzeug, sondern mit sanftem Druck auf die Nase. Auf Befehl hinsetzen können sich die Tiere bereits, das verstehen sie auf Arabisch oder auf Englisch.

Auch „Flauschi“ (der junge Hengst kommt aus dem Zirkus) beherrscht das. „Ansonsten haben sie ihm im Zirkus aber nicht viel beigebracht, außer gestreichelt werden“, scherzt Michael. Anstelle eines Sattels verwenden die Kamelhalter eine Art „Fleckerlteppich“. Auch Lamas sollen bald in der Thürnau einziehen. Schließlich sind sie ebenfalls „Kameliden“ und somit Verwandte und zudem Herdentiere.

„Ein Kamel alleine stirbt, das musste ich leider auch schon erleben“, so Michael. Wer den Tieren beim Spazierengehen begegnet, braucht keine Angst zu haben. Sie sind nicht besonders schreckhaft und lassen sich streicheln. Auch bei der Begegnung mit Reitern sind es eher die Pferde, die ob der fremden Begegnung in Unruhe geraten. Und die Fahrt mit der LILO ist jetzt auf jeden Fall um einiges aufregender geworden.


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Gastuser
Gastuser
11.08.2018 12:58

Artikel Kamele

Sg. Frau Kreilmayr, noch ist kein Jahr seit Ihrem freundlichen Artikel vergangen, da müssen die Kamele mit ihren Besitzern schon wieder fort. "Erfolg" eines einzigen Anrainers - gegen den Rest der Nachbarschaft. Unterstützung vom Bürgermeister gab es keine. Eigentlich sollte man auch über diese Entwicklung berichten!

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Laura Voggeneder
Laura Voggeneder
16.08.2018 14:53

Lieber Gastuser, könnten Sie bitte mit mir Kontakt in dieser Sache aufnehmen? Am besten unter l.voggeneder@tips.at oder telefonisch unter 0732/7895278. Ich würde dem gerne auf den Grund gehen.
Danke und beste Grüße, Laura Voggeneder (i.V. Silke Kreilmayr)

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