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MICHELDORF. Die Umbauarbeiten im OÖ. Sensenschmiedemuseum in Micheldorf sind in vollem Gange. Nach über drei Jahren intensiver Vorbereitungen haben im Juli die Außenarbeiten begonnen.

Das Sensenschmiedemuseum mit wieder freigelegtem Fluder. Foto: Martin Osen
  1 / 6   Das Sensenschmiedemuseum mit wieder freigelegtem Fluder. Foto: Martin Osen

Das Sensenschmiedemuseum befindet sich auf historischem Boden, direkt an den Wurzeln der Industriegeschichte. Schon vor über 400 Jahren wurden hier Sensen erzeugt und millionenfach in die halbe Welt exportiert. Unter Caspar Zeitlinger entwickelte sich das traditionsreiche Sensenwerk schließlich zu einem der größten Unternehmen der gesamten Monarchie. Diese Wurzeln werden nun behutsam freigelegt: Auf dem gesamten Areal des Sensenschmiedemuseums wird das Geländeniveau zur Zeit Caspar Zeitlingers wieder hergestellt. Die im Lauf der Zeit immer tiefer vergrabenen Gebäude werden so wieder in ihren ursprünglichen Proportionen erlebbar.

Lebensader wird freigelegt

Lebensader der Anlage wird wieder wie früher der Fluder, der bis vor etwa 100 Jahren als Werkskanal die Wasserräder antrieb. Bei Projektbeginn war weitgehend unklar, ob überhaupt noch Reste der Anlage unter der Erde erhalten sind. „Unsere Hoffnungen haben sich jetzt mehr als bestätigt: Fast auf der gesamten Länge konnten wir nicht nur massive Natursteinmauern freilegen, auch der massive Holzboden hat die letzten 100 Jahre erstaunlich gut überstanden. Der Erhaltungszustand des Fluders ist insgesamt so gut, dass wir jetzt planen, ihn zu restaurieren und anschließend wieder mit Wasser zu füllen. Im Aushubmaterial konnte unser Team von Archäologen zahlreiche spannende Funde dokumentieren“, erzählt Martin Osen, Obmann des Sensenschmiedemuseums und Vorstand GLD. Darunter etwa ein Teller aus dem Service Zeitlingers.

Nachhaltige Wiederbelebung

Als bewusstes Zeichen gegen die rasant fortschreitende Bodenversiegelung – täglich werden in Österreich über zehn Hektar Boden versiegelt – wurden Asphalt und Beton im gesamten Museumsgelände entfernt und der Vorzustand mit Schotterwegen, Grünflächen und Bäumen wiederhergestellt. Anstelle eintöniger Asphaltflächen soll ein Ort entstehen, der zum Verweilen einlädt.

„Ziel ist eine nachhaltige Wiederbelebung unseres einzigartigen Sensenschmiedemuseums. Dazu müssen in einem nächsten Schritt trockene Ausstellungsräume für unsere unersetzbaren Exponate geschaffen werden“, so Osen. Zahlreiche beschädigte Objekte wurden bereits aufwändig restauriert. Darüber hinaus ist es gelungen, einen großen Teil der ehemaligen Ausstattung des Herrenhauses durch Schenkungen, Leihgaben und Ankäufe wieder an das Museum zu binden. Einige bisher nie gezeigte Highlights aus dem Besitz der Sensengewerke werden in einer ersten Sonderausstellung zu sehen sein.

Denkmalpflegefest

Einen Vorgeschmack darauf gibt es heuer bereits am 17. Oktober, wenn die Gesellschaft für Landeskunde und Denkmalpflege, kurz GLD, zum Denkmalpflegefest auf die Baustelle des Sensenschmiedemuseums einlädt.


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