Kirchdorfer Schüler lernten ihre DNA kennen
KIRCHDORF AN DER KREMS. Im Rahmen eines dreitägigen Workshops, organisiert von der Biologielehrkraft Karin Kalab, setzten sich die Schüler der Maturaklassen im BRG/BORG Kirchdorf mit einer der faszinierendsten Facetten der Biologie auseinander: der Genanalyse. Seit mehr als zehn Jahren kommt Reinhard Nestlbacher mit seinem mobilen Genlabor in die Schule.

Die Gen- oder auch DNA-Analyse gilt heutzutage als ein maßgebendes wissenschaftliches Standardverfahren, das unter anderem in der medizinischen Diagnostik, der Forensik, aber auch in der Lebensmittelkontrolle eingesetzt wird. Die Methode der PCR-Untersuchung ist den Schülern schon seit den Coronatests in ihrem Ablauf bekannt.
Im Workshop wurde von den Schülern mittels Mikropipetten, Zentrifugen, Thermocyclern und Lysepuffern untersucht, ob jemand von der genetischen Anlage her beispielsweise eher einem Ausdauersportler oder einem Sprinter entspricht oder ob der eigene Stammbaum womöglich auf asiatische oder andere Vorfahren zurückzuführen sei. Von besonderem Interesse war das sogenannte Prosoziale Gen, eine Sequenz der DNA, die für einen Oxytoxinrezeptor steht, der das Einfühlungsvermögen einer Person, aber auch deren Bindungsfähigkeit mitbestimmt. Wichtig war dem Leiter des Kurses jedoch die Feststellung, dass diese Fähigkeiten maßgeblich von der Umwelt und der Familie, in der wir aufwachsen, mitbestimmt werden.
Die Teilnehmer erhielten dadurch nicht nur spannende Einblicke in die persönliche, individuelle Veranlagung, sondern lernten gleichsam auch die Arbeitstechniken wissenschaftlicher Forschung aus erster Hand und an praktischen Beispielen kennen. Sie erlebten, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nur durch ganz genaues Arbeiten zu erhalten sind.
Das Fazit der Schüler nach dem Ende des Workshops war einhellig überwältigend: Viele sprachen von einer der interessantesten Erfahrungen ihrer gesamten Schullaufbahn.


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