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Leulis Farm: von der nassen und verwilderten Fläche zum fruchtbaren Gemüse-Paradies

Susanne Winter, MA, 01.05.2024 19:05

RIED IM TRAUNKREIS. Die Bienen summen, der Bach plätschert und die Enten watscheln zwischen den Gemüsebeeten: Das ist Leulis Farm in Ried im Traunkreis. Stefan Leumüller hat sich 2022 auf den organisch-biologischen Anbau und die Direktvermarktung von Gemüse spezialisiert.

Stefan Leumüller mit den Früchten seiner Arbeit. (Foto: Elisabeth Leumüller Fotografie)
  1 / 9   Stefan Leumüller mit den Früchten seiner Arbeit. (Foto: Elisabeth Leumüller Fotografie)

Ursprünglich wollte Stefan Leumüller als Selbstversorger nur seine Familie mit Gemüse versorgen, doch das Garteln hat es ihm angetan. So wurden die Anbauflächen immer größer – vom Balkon bis hin zum 40 Quadratmeter großen Gemüsebeet.

Im Jahr 2020/2021 machte er eine Ausbildung zum Selbstversorgungspädagogen und 2021/2022 den landwirtschaftlichen Facharbeiter in der Abendschule in der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule Schlierbach.

Auf einem landwirtschaftlichen Nutzgrund, den der 46-Jährige gepachtet hat, baut er nun auf rund 1.500 Quadratmetern Gemüse für die Direktvermarktung und Weiterverarbeitung an. „Mehr als zwanzig Jahre lang wurde dort nichts mehr angebaut, wodurch die Fläche entsprechend verwilderte. Mir wurde mehrfach abgeraten, dort meine Arbeit reinzustecken, da es zu nass sei“, berichtet Stefan Leumüller, doch der Quereinsteiger ließ sich von seinem Traum nicht abhalten: „Nach einem fünfmonatigen Revitalisierungsprozess habe ich die Fläche zu einem für den Gemüseanbau optimierten landwirtschaftlichen Nutzgrund gemacht.“

Um auf dem Nassgebiet etwas anbauen zu können, hat sich Stefan Leumüller für eine Tiefbeetkultur entschieden. Das heißt, das Beet steht rund 20 Zentimeter vom Boden heraus. Gedüngt wird lediglich mit Hühnermist. Gesunde Pflanzen werden nach der Ernte umgeschnitten und liegengelassen. Vor dem Anbau oder der Aussaat der Folgefrucht werden die Pflanzenreste wieder in den Boden als Stickstoffdünger eingearbeitet. Diese Kreislaufwirtschaft ist dem Rieder besonders wichtig.

Nützlinge gegen Schädlinge

Brennnesseljauche und Lavendelöl wirken etwaigen Läusen entgegen. „Wenn man auf Biodiversität achtet – also alles, was man selbst nicht braucht, den Tieren überlässt – dann sind auch immer wieder Nützlinge da, die die Schädlinge fressen“, erklärt der Experte. Beispielsweise lässt er alte Bäume als Unterschlupf für Marienkäfer liegen, denn diese fressen Läuse. Um die Schnecken und Raupen kümmern sich die Laufenten. Hochsitzstangen sollen Raubvögel anlocken, die das Feld nach Mäusen absuchen.

Samen selbst gezogen

Bei gewissen Früchten, wie Tomaten, Paprika, Gurken und Melanzani, zieht Stefan Leumüller die Samen selbst mit Pollenschutznetzen, um Aussehen, Form und Geschmack in der Genetik zu erhalten.

„Die Direktsaat im Beet bevorzuge ich, denn alles was direkt im Boden angebaut wird, ist wesentlich robuster“, sagt der 46-Jährige. Vorgezogen werden auf seiner Farm nur Tomaten, Paprika, Chili, Melanzani und Knollensellerie. Der Rieder hat bereits mehr als 120 verschiedene Gemüsesorten angebaut.

Beikraut bearbeitet er mechanisch. Seine Beete haben eine Breite von 75 Zentimetern, um mit der Bearbeitungsmaschine durchzukommen.

Frisches Gemüse in der Abholhütte erhältlich

Das frische, saisonale und von Hand gezogene Gemüse ist zwischen Juni und Oktober in der Abholhütte erhältlich. An welchem Tag diese mit welchen Produkten befüllt wird, ist in Zukunft online ersichtlich. Heuer noch soll die Abholhütte vergrößert werden. Ganzjährig gibt es verarbeitete Lebensmittel wie Saucen, Öle, eingelegtes Gemüse, Ketchup und Zetchup. Die Produkte sind auf Vorbestellung und an den Abholtagen erhältlich. An einem Onlineshop wird derzeit gearbeitet, dieser soll ab Herbst fertig sein.


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