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LEONSTEIN. Die kleine Ente in Eva Kimbachers neuem Mitmach-Mutbuch soll Kindern zeigen: Mut lässt sich nicht erzwingen. Die Elementarpädagogin aus Leonstein verbindet darin ihre Erfahrungen aus dem Kindergarten in Molln mit ihrer Auseinandersetzung mit kindlicher Entwicklung. Tips verlost 2x1 Buch.

Die Leonsteinerin Eva Kimbacher verbindet in ihrem Buch pädagogische Erfahrung mit einer Geschichte über Mut und Vertrauen. (Foto: privat)

„Du schaffst das!“ – ein Satz, den Erwachsene Kindern häufig mit auf den Weg geben. Gut gemeint, aber nicht immer hilfreich, findet Eva Kimbacher. Die 38-Jährige arbeitet als Elementarpädagogin im Kindergarten in Molln und beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, was Kinder brauchen, um sich entwickeln zu können. Aus diesen Erfahrungen ist nun ihr erstes Buch entstanden: das „Mitmach-Mutbuch– Die kleine Ente und ihre Freunde“.

Elementarpädagogin, Referentin und Autorin

Kimbacher lebt mit ihrer Familie in Leonstein und arbeitet neben ihrem Beruf als Elementarpädagogin im Mollner Kindergarten berufsbegleitend an ihrer fachlichen Weiterentwicklung. Sie studiert Elementarpädagogik an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz (PHDL) - „um mein Wissen noch mehr zu vertiefen und zu 'akademisieren'“. Eine Grundausbildung als Elementarpädagogin habe sie zwar schon durch das absolvierte Bafep-Kolleg, das sie berufsbegleitend als Abendschule absolvierte; mit dem Art Bachelorgang an der PHDL kommt für Kimbacher noch der akademische Studienteil dazu. Mit dem Abschluss könnte sie auch Kindergartenleiterin werden.

Im Juni dieses Jahres gründete die Leonsteinerin außerdem „Elementare Entwicklung“.

Vom Kindergarten ins Buch

Die Idee für die Geschichte entstand bereits vor rund zwei Jahren und nahm ihren Anfang in Kimbachers pädagogischem Alltag. Immer wieder begegnete sie Kindern, die vor etwas Neuem stehen und sich einen nächsten Schritt noch nicht zutrauen. Gleichzeitig beobachtete sie, wie Erwachsene aus ihrer Sorge heraus versuchen, Kinder zu ermutigen.

„Mich hat dabei zunehmend eine Frage beschäftigt: Was, wenn ein Kind gerade gar nicht mehr Ermutigung braucht, sondern jemanden, der aushält, dass es noch nicht so weit ist?“, erzählt die Autorin.

Genau hier setzt die Geschichte der kleinen Ente an. Sie steht vor einer Situation, die ihr zunächst zu groß erscheint. Ihre Freunde sind bei ihr, drängen sie aber nicht. Sie geben ihr Sicherheit, bleiben an ihrer Seite und lassen ihr Zeit. „Mut lässt sich nicht einfordern. Er kann dort wachsen, wo Kinder Vertrauen, Beziehung und Sicherheit erleben“, beschreibt Kimbacher den Gedanken hinter dem Buch.

Das Buch richtet sich vor allem an Kinder im Kindergarten- und frühen Volksschulalter. Durch kleine Mitmach-Impulse sollen sie nicht nur zuhören, sondern selbst Teil der Geschichte werden. Gesprächsimpulse im Anschluss greifen zudem Gefühle und persönliche Erfahrungen auf.

Entwicklung verstehen statt Verhalten bewerten

Das Buch ist für Kimbacher eng mit ihrer pädagogischen Arbeit verbunden. Unter dem Leitgedanken „Entwicklung verstehen statt Verhalten bewerten“ möchte sie Wissen über kindliche Entwicklung verständlich und alltagstauglich vermitteln. Neben ihrer Tätigkeit im Kindergarten arbeitet sie auch als Referentin in der Fort- und Weiterbildung und gestaltet Elternabende und Fachvorträge für Eltern und pädagogisches Fachpersonal.

In ihrem Studium setzt sie sich unter anderem mit Entwicklungspsychologie, Neurobiologie, Bindung, Beobachtung und der Frage auseinander, wie Kinder lernen und sich entwickeln. Für sie geht es dabei nicht darum, Eltern vorzuschreiben, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen. Vielmehr möchte sie verständlich machen, was hinter kindlichem Verhalten stehen kann.

Auch ihr eigener Blick auf Kinder hat sich durch die Verbindung von Praxis und Studium verändert. „Ich frage heute noch bewusster, welche Entwicklung, Fähigkeiten, Beziehungen und Bedingungen einer Situation mit hineinspielen – und was ein Kind daraus folgend von uns Erwachsenen braucht“, sagt die Mutter zweier Teenager.

Im Tips-Interview spricht die junge Autorin darüber, warum gut gemeinte Ermutigung auch Druck erzeugen kann, wie ihr Studium ihren Blick auf kindliches Verhalten verändert hat und weshalb Kinder manchmal einfach Zeit brauchen.

Tips: Sie schreiben, dass Mut nicht eingefordert werden kann. Was beobachten Sie in Ihrem pädagogischen Alltag, wenn Erwachsene Kinder zu etwas ermutigen wollen – und dabei vielleicht zu viel Druck ausüben?

Kimbacher: Ermutigung ist meist gut gemeint – wir möchten Kindern schließlich zutrauen, dass sie etwas schaffen können. Aber aus einem „Du schaffst das!“ kann für ein Kind schnell ein „Du solltest das jetzt schaffen“ werden. Oft hilft es schon, wenn Kinder andere beobachten dürfen, die etwas vormachen und Freude daran haben – ganz ohne die Erwartung, es anschließend ebenfalls tun zu müssen. Ich erlebe, dass Kinder manchmal gerade dann wieder mutiger werden, wenn dieser Druck von außen wegfällt und sie spüren: Ich darf noch zögern – und jemand bleibt trotzdem bei mir.

Tips:Sie verbinden praktische Erfahrung mit wissenschaftlicher Auseinandersetzung. Was hat sich durch Ihr Studium an Ihrem eigenen Blick auf Kinder und deren Verhalten verändert?

Kimbacher: Mein Studium hat mir ermöglicht, vieles, was ich in der Praxis beobachtet und intuitiv gespürt habe, wissenschaftlich einzuordnen und zu hinterfragen. Verändert und erweitert hat sich vor allem meine Perspektive auf kindliches Verhalten. Ich frage heute noch bewusster, welche Entwicklung, Fähigkeiten, Beziehungen und Bedingungen einer Situation mit hineinspielen – und was ein Kind daraus folgend von uns Erwachsenen braucht. Diese Verbindung aus Praxis und wissenschaftlichem Wissen stärkt mich enorm in meiner täglichen Arbeit. Auch wenn ein berufsbegleitendes Studium neben Arbeit und Familie natürlich zeitliche Ressourcen braucht, empfinde ich das Studium der Elementarpädagogik an der PHDL als unglaublich bereichernd.

Tips:Was wünschen Sie sich, dass Eltern und Pädagogen nach der Lektüre Ihres Buches anders wahrnehmen oder vielleicht sogar anders machen?

Ich wünsche mir, dass wir Zögern nicht vorschnell als etwas wahrnehmen, das überwunden werden muss. Ein Kind darf beobachten, unsicher sein und Zeit brauchen – und gleichzeitig darauf vertrauen, dass jemand an seiner Seite bleibt. Eigentlich kennen wir das auch als Erwachsene: Nicht jeder nächste Schritt gelingt sofort, nur weil wir wissen, dass wir ihn gerne gehen würden. Vielleicht nehmen wir nach dem Buch ein bisschen mehr mit, dass wir Kindern Mut nicht abnehmen oder beibringen müssen, sondern Bedingungen schaffen können, unter denen Mut wachsen darf.

Gewinnspiel

Tips verlost 2x1 Mitmach-Mutbuch, abzuholen in der Tips-Geschäftsstelle Kirchdorf (Simon-Redtenbacher-Platz 9). 

Da die Geschäftsstelle nicht immer und rund um die Uhr besetzt ist, bitten wir um vorhergehende Terminvereinbarung unter: 07582 51923

Hier geht es zu den Gewinnspielen:www.tips.at/gewinnspiele


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