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Sieben Pensionisten aus Kremsmünster, 500 Kinder und eine Schule in Afghanistan

Maya Lauren Matschek, 10.06.2026 16:30

KREMSMÜNSTER/KABUL. Es ist eine Geschichte, die fast zu groß klingt, um wahr zu sein – und doch ist sie Realität: Aus einem kleinen oberösterreichischen Verein heraus wird in Kabul eine Schule für rund 500 Kinder betrieben. Rund 80 Prozent davon sind Mädchen – in einem Land, in dem gerade ihnen Bildung oft verwehrt bleibt.

In der Schule in Kabul werden größenteils Mädchen und Frauen unterrichtet. (Foto: Ramin Sangin)
  1 / 6   In der Schule in Kabul werden größenteils Mädchen und Frauen unterrichtet. (Foto: Ramin Sangin)

Hinter dem Projekt steht kein internationaler Hilfskonzern, sondern eine Gruppe von sieben Pensionisten aus Kremsmünster. Der Verein „Grenzenlose Hilfe Kremsmünster“ unterstützt seit 2020 eine offiziell registrierte Schule in Kabul, in der rund 500 Kinder und Jugendliche unterrichtet werden – etwa 80 Prozent davon Mädchen. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Spenden.

Was als kleiner Hilfsimpuls begann, hat sich zu einem kontinuierlichen Bildungsprojekt entwickelt. Entstanden aus persönlichen Kontakten zwischen Österreich und Afghanistan, wird die Schule heute gemeinsam mit Verantwortlichen vor Ort betrieben. Eine zentrale Rolle spielt dabei der orthopädische Chirurg Ramin Sangin, der die Schule leitet und den laufenden Betrieb in Kabul koordiniert.

Bildung als Zukunftschance für Mädchen

Doch wie entsteht ein solches Projekt, wer trägt es im Alltag – und wie funktioniert Hilfe über so große Distanz? Obfrau Brigitte Holzinger spricht im Tips-Interview über Anfänge, Meilensteine und bittet um Hilfe in der derzeitig schwierigen Lage.

Der Verein entstand 2020 aus dem Wunsch, Menschen in schwierigen Lebenssituationen direkt und unbürokratisch zu helfen. Schnell wurde Bildung als zentraler Schlüssel erkannt.

Tips:Wie kam der erste Kontakt nach Kabul zustande und wer 
initiierte das Projekt vor Ort?

Holzinger: Der Kontakt entstand über vertrauenswürdige persönliche Verbindungen nach Afghanistan. Gemeinsam mit Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort entstand die Idee, Kindern Bildung zu ermöglichen. Diese lokalen Partner trugen das Projekt wesentlich mit und setzten es trotz schwieriger Umstände um.

Tips:Wie verlief der Aufbau der Schule?

Holzinger: Die größten Herausforderungen waren Finanzierung, Räumlichkeiten und Organisation des Unterrichts. Hinzu kamen politische Unsicherheiten und bürokratische Hürden. Dennoch hat der Wunsch nach Bildung alle Hindernisse überwogen.

Tips:Wer führt die Schule heute?

Holzinger: Die Schule wird von einem Team aus Lehrkräften und Verantwortlichen in Kabul geführt. Zentral ist Dr. Ramin Sangin, der die Schule leitet und den Betrieb koordiniert. Der regelmäßige Austausch mit Österreich bleibt Grundlage der Zusammenarbeit.

Tips:Wie wird der Spendeneinsatz kontrolliert?

Holzinger: Der Verein erhält laufend Berichte, Fotos und Informationen aus Kabul. Die Mittel werden nur für Lehrkräfte, Unterrichtsmaterialien und Betriebskosten verwendet. Transparenz hat oberste Priorität.

Tips:Wie hat sich die Schülerzahl entwickelt?

Holzinger: Die Zahl ist stetig gestiegen, da der Bedarf groß ist. Besonders Mädchen profitieren, da Bildung für sie in Afghanistan oft kaum zugänglich ist. Die Schule bietet für viele eine zentrale Zukunftschance.

Tips: Wie wird unterrichtet?

Holzinger: Neben klassischen Fächern vermittelt die Schule auch Stabilität und Grundbildung. Sie ist ein geschützter Ort, an dem Kinder lernen und Sicherheit erleben können.

Tips: Wie wird die Schule finanziert?

Holzinger: Fast ausschließlich über Spenden. Der Verein arbeitet ehrenamtlich, dennoch bleibt der laufende Betrieb dauerhaft kostenintensiv.

Tips:Welche Rückmeldungen gibt es aus Kabul?

Holzinger: Familien berichten, dass Bildung oft die einzige Chance auf eine bessere Zukunft ist. Gleichzeitig sind die Lebensumstände sehr belastend, was die Bedeutung der Schule verstärkt.

Was die Helfer sagen wollen

„Wir sind nur sieben Pensionistinnen und Pensionisten, aber wir glauben daran, dass Hilfe keine Frage der Größe sondern des Willens ist“, sagt Holzinger.

Infos zur Spendenmöglichkeit, Bilder und Einblicke aus dem Schulalltag gibt es auf Facebook unter „Grenzenlose Hilfe Kremsmünster“.


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