Nationalratswahl 2024: Das sind die Ziele der Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Kirchdorf im Überblick
BEZIRK KIRCHDORF. Am Sonntag, 29. September wählt Österreich einen neuen Nationalrat. Schon seit Wochen werben die Parteien um die Gunst der Wähler und präsentieren sich und ihre Wahlprogramme. Im Tips-Brennpunkt bieten wir eine kleine Entscheidungshilfe, indem wir die regionalen Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Kirchdorf im Wahlkreis Traunviertel näher vorstellen.

Tips hat die Kremsmünsterin Dagmar Fetz-Lugmayr von der ÖVP, den Micheldorfer Reinhold Binder von der SPÖ, den Pettenbacher Michael Gruber von der FPÖ, die Kirchdorferin Kathrin Quell von den Grünen und den Micheldorfer Gregor Czepl von den NEOS zu ihren wichtigsten Zielen und Anliegen in den Bereichen Klimaschutz, Migration, Arbeitsmarkt und Bildung befragt. Für alle Unentschlossenen soll dies eine kleine Hilfestellung sein, wo man am Wahltag das Kreuzchen setzen soll.
Die wichtigsten Anliegen und Ziele im Bereich Klimaschutz
Dagmar Fetz-Lugmayr, ÖVP: „Klimaschutz mit Hausverstand bedeutet eine wichtige Investition in unsere Lebensqualität. Eine intakte Natur ist unser wertvoller Lebens- und Erholungsraum und Grundlage unserer bäuerlichen Betriebe für die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel.“
Reinhold Binder, SPÖ: „Klimagerechtigkeit ist ein soziales Anliegen. Die Abhängigkeit von fossiler Energie muss reduziert werden. Investitionen ins Schienennetz und der Ausbau der Energienetze sind notwendig, um den gerechten Wandel zu bewältigen.“
Michael Gruber, FPÖ: „Eine ideologiefreie Energiepolitik ist essenziell, um unseren Wohlstand zu sichern. Statt utopische Maßnahmen zu forcieren, müssen Private und Unternehmen unterstützt werden. Beim Klima- und Umweltschutz dürfen keine moralischen Interessen überwiegen.“
Kathrin Quell, GRÜNE: „Der Schutz der Umwelt hat für mich eine sehr hohe Priorität, gerade hier auf dem Land, wo der Wert einer gesunden Natur und nachhaltiger Ressourcennutzung besonders sichtbar ist. Hohe Relevanz hat für mich auch die Unterstützung CO2- armer Mobilität neben der notwendigen Nutzung des Autos.“
Gregor Czepl, NEOS: „NEOS setzen auf erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität. Mit einer aufkommensneutralen CO2-Steuer wollen wir klimafreundliche Innovationen fördern, die Bodenversiegelung eindämmen und unsere Region umweltfreundlicher und lebenswerter gestalten.“
Die wichtigsten Anliegen und Ziele im Bereich Migration
Dagmar Fetz-Lugmayr, ÖVP: „Es braucht eine achtsame Migrationspolitik, die unser Sozial- und Bildungssystem entlastet, der Wirtschaft die benötigten Arbeitskräfte ermöglicht und unsere Werte schützt: klare Regeln, gezielte Integrationsmaßnahmen und gegenseitiger Respekt.“
Reinhold Binder, SPÖ: „Migrationspolitik muss von Menschlichkeit und Ordnung geprägt sein. Das heißt, schnelle Verfahren und jene schnell rückführen, die keinen Anspruch auf Asyl haben. Wer rechtmäßig hier ist, muss ab dem ersten Tag an Integrationsmaßnahmen teilnehmen und in den Arbeitsprozess integriert werden.“
Michael Gruber, FPÖ: „Wir müssen die Asyl-Einwanderung durch sichere Grenzen auf null stellen und kriminelle Ausländer konsequent ausweisen, bzw. bei negativen Asylbescheiden abschieben. Wir wollen uns aussuchen, wer bei uns leben darf. Leistungsträger sind herzlich willkommen.“
Kathrin Quell, GRÜNE: „Ich vertrete die Meinung, dass eine gerechte und humane Migrationspolitik sichere Fluchtmöglichkeiten und ein geregeltes Ankommen der Menschen ermöglichen muss. Der Schutz von Menschenleben und der Weg in eine beidseitig gelungene Integration stehen für mich im Vordergrund.“
Gregor Czepl, NEOS: „Qualifizierter Zuzug ist entscheidend, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Asylwerbende sollten leichter Zugang zum Arbeitsmarkt haben – das fördert die Integration und senkt unmittelbar die Sozialausgaben.“
Die wichtigsten Anliegen und Ziele im Bereich Arbeitsmarkt
Dagmar Fetz-Lugmayr, ÖVP: „Der Arbeitsmarkt ist im Wandel. Es braucht die gezielte Förderung digitaler, ebenso wie die Stärkung sozialer Kompetenzen. Um das Kräftepotential zu steigern, muss sich Leistung lohnen. Engagement muss wertgeschätzt und Chancengleichheit gelebt werden.“
Reinhold Binder, SPÖ: „Der Druck auf Beschäftigte steigt. Viele schaffen es nicht gesund bis zur Pension und werden in Arbeitslosigkeit gedrängt. Ich fordere daher Initiativen für altersgerechtes Arbeiten und eine bessere Kontrolle des Arbeitnehmer:innenschutzes.“
Michael Gruber, FPÖ: „Die FPÖ setzt auf eine starke nationale Arbeitsmarktpolitik, die Arbeitsplätze für Österreicher sichert. Unser Ziel ist die Begrenzung der Zuwanderung, um Lohndumping zu verhindern und heimische Arbeitskräfte zu bevorzugen.“
Kathrin Quell, GRÜNE: „Mein Ziel ist eine Arbeitswelt, in welcher der Wert von Arbeit nicht bloß am Leistungsgedanken gemessen wird. Zudem benötigen wir Lösungen für Mütter, die nach der Karenz wieder ins Arbeitsleben einsteigen wollen/ müssen, jedoch aufgrund von fehlender Kinderbetreuung kaum Möglichkeit dazu haben.“
Gregor Czepl, NEOS: „Nach 37 Jahren ÖVP-Regierungsbeteiligung leidet die heimische Wirtschaft unter zu viel Bürokratie und Stagnation statt Wachstum. Mitarbeitende kosten zu viel und verdienen zu wenig. NEOS setzen sich daher für eine nachhaltige Entlastung der arbeitenden Menschen und heimischen Betriebe ein.“
Die wichtigsten Anliegen und Ziele im Bereich Bildung
Dagmar Fetz-Lugmayr, ÖVP: „Demokratie braucht Bildung! Sie ist der Schlüssel für individuelle Freiheit, persönliche Entfaltung, soziale Gerechtigkeit, Wohlstand und wirtschaftlichen Fortschritt. Wir müssen ein Bildungssystem der aktiven Teilhabe und lebenslanges Lernen fördern.“
Reinhold Binder, SPÖ: „Angesichts des Fachkräftemangels muss die Lehre in den Fokus. Die Zahl der Lehrbetriebe sinkt. Wir brauchen einen Ausbildungsfonds, um jene Betriebe zu unterstützen, die Lehrlinge ausbilden.“
Michael Gruber, FPÖ: „Die FPÖ fordert ein Bildungssystem, das Leistung fordert und fördert. Unser Ziel ist es, die österreichische Kultur und Werte zu stärken, Frühförderungen in den wichtigen Fächern auszubauen und ideologische Einflüsse aus den Schulen zu verbannen.“
Kathrin Quell, GRÜNE: „Als Mittelschullehrerin ist mir der Zugang zu Bildung unabhängig der familiären Hintergründe und wirtschaftlichen Ressourcen ein besonderes Herzensthema. Im Fokus steht für mich die Notwendigkeit der deutschen Sprache, gleichzeitig aber auch die Relevanz der eigenen Muttersprache.“
Gregor Czepl, NEOS: „Wir wollen ein modernes Schulsystem mit besten Bildungschancen, mehr Schulautonomie und einem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag. Ein Chancenindex soll Schulen mit größeren Herausforderungen unterstützen und gleiche Startchancen bieten.“


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