Reinhaltungsverband investiert in Energie-Unabhängigkeit und Blackout-Vorsorge
WARTBERG. Nach mehr als 30 Jahren zuverlässigem Einsatz wurde der alte Gasspeicher ersetzt. Mit dem neuen Speicher, der jetzt 1.000 Kubikmeter fasst, zeigt der Reinhaltungsverband Oberes Kremstal, dass er auf Energieautarkie und Krisensicherheit setzt.

Nach 36 Betriebsjahren war der Austausch des alten 500 Kubikmeter großen Speichers unumgänglich geworden. Der natürliche Alterungsprozess der Membranen hatte eine Erneuerung notwendig gemacht. Zudem wurden im Zuge der Arbeiten erforderliche Anpassungen an den aktuellen Stand der Technik vorgenommen.
Mehr Sicherheit bei Stromausfällen
Die wichtigste Neuerung ist die Kapazitätserweiterung: Der neue Speicher fasst mit 1.000 Kubikmetern exakt doppelt so viel Nutz-inhalt wie sein Vorgänger. Im Falle eines Blackouts verfügt die Anlage nun über deutlich größere Energiereserven, um die kritische Infrastruktur über einen längeren Zeitraum eigenständig aufrechtzuerhalten.
Effiziente Ergänzung zur Photovoltaik
Neben der Notfallvorsorge dient der neue Gasspeicher auch zur Optimierung der Energieerzeugung auf der Kläranlage. Das in den Faultürmen erzeugte Faulgas kann nun flexibler zwischengespeichert werden. „Wir können die Stromerzeugung jetzt gezielt in die Abend- und Nachtstunden verlagern“, erklärt der Obmann des Reinhaltungsverbandes Oberes Kremstal, Bürgermeister Bernhard Winkler-Ebner. Damit wird genau dann Energie produziert, wenn die Photovoltaikanlagen aufgrund mangelnden Sonnenlichts keinen Strom liefern.
Schritt zur Energieautarkie
Durch diese „Verschiebung“ der Energieproduktion wird die Abhängigkeit von externen Stromlieferanten minimiert. Der neue Gasspeicher ist somit nicht nur ein Ersatz für ein technisches Bauteil, sondern ein zentraler Baustein für eine 100-prozentige Eigenversorgung mit Energie für die Kläranlage. Die Modernisierung zeigt, wie aus einer notwendigen Instandhaltung ein zukunftsorientiertes Projekt für Klimaschutz und Versorgungssicherheit entstehen kann.

