Frauen- und Langzeitarbeitslosigkeit im Bezirk Kirchdorf gestiegen
BEZIRK KIRCHDORF/KREMS. Die Arbeitslosenquote im Bezirk Kirchdorf liegt mit 4,4 Prozent Ende Mai 2026 weiterhin unter dem Landesdurchschnitt. Gleichzeitig steigen Frauenarbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit, während die Zahl offener Stellen sinkt.

Ende Mai waren laut Arbeitsmarktservice (AMS) Kirchdorf 1.143 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent und damit deutlich unter dem oberösterreichischen Durchschnitt von 4,9 Prozent sowie unter dem österreichweiten Wert von 7,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich die Zahl der Arbeitsuchenden um 14 Personen beziehungsweise 1,2 Prozent.
Arbeitslosigkeit bei Frauen stieg
Während die Arbeitslosigkeit bei Männern um 4,9 Prozent zurückging, verzeichnete das AMS bei Frauen erneut einen Anstieg um 2,9 Prozent. Gleichzeitig zeigen sich am regionalen Arbeitsmarkt zunehmend strukturelle Verschiebungen. Besonders in den Berufsgruppen Handel und Büro stieg die Zahl der Arbeitslosen deutlich an. Im Handel lag das Plus bei 22,3 Prozent, bei den Büroberufen bei 21,5 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen in diesen Bereichen erheblich (Handel -25,4%, Büroberufe -37,6%).
Kremsmünster mit deutlichem Anstieg
Innerhalb des Bezirks entwickelte sich die Arbeitslosigkeit sehr unterschiedlich. Die meisten arbeitslosen Personen waren Ende Mai 2026 in Kremsmünster (191), Kirchdorf (161) und Micheldorf (125) vorgemerkt.
Den stärksten absoluten Anstieg verzeichnete Kremsmünster. Dort waren 26 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vorjahr, was einem Plus von 15,8 Prozent entspricht. Auch Windischgarsten (+18,8 Prozent), Hinterstoder (+30,8 Prozent) sowie Nussbach (+10,3 Prozent) verzeichneten Zuwächse.
Mehr Beschäftigte in Micheldorf
Deutlich rückläufig war die Arbeitslosigkeit hingegen in Micheldorf. Dort sank die Zahl der Arbeitsuchenden um 20 Personen beziehungsweise 13,8 Prozent. Auch Molln (-22,6 Prozent), Schlierbach (-21,1 Prozent), Grünburg (-9,7 Prozent) und Rossleithen (-30,4 Prozent) meldeten spürbare Rückgänge.
Mehr ältere Arbeitslose
Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt eine unterschiedliche Entwicklung. Besonders stark stieg die Zahl der Arbeitslosen bei den über 60-Jährigen. Ende Mai waren 105 Personen dieser Altersgruppe arbeitslos gemeldet – ein Plus von 61,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Deutliche Rückgänge gab es hingegen bei den 25- bis 29-Jährigen (-12,3 Prozent) sowie bei den 30- bis 39-Jährigen (-12,7 Prozent). Insgesamt entfällt weiterhin der größte Anteil der Arbeitslosigkeit auf die Altersgruppen zwischen 30 und 59 Jahren.
Weniger offene Stellen
Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt unter dem Vorjahresniveau. Ende Mai standen beim AMS Kirchdorf 740 offene Stellen zur Verfügung. Das sind um 54 Stellen beziehungsweise 6,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Auch am Lehrstellenmarkt ging das Angebot zurück. Gemeldet waren 33 sofort verfügbare Lehrstellen, um 45 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig waren 25 Jugendliche auf Lehrstellensuche, was einem Rückgang von 50 Prozent entspricht.
Langzeitarbeitslosigkeit steigt
Trotz der rückläufigen Stellennachfrage entwickelte sich die Beschäftigung positiv. Ende April waren im Bezirk 24.707 Personen unselbstständig beschäftigt. Das bedeutet einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Im Mai meldeten sich 248 Personen neu arbeitslos. Gleichzeitig konnten 384 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Allerdings fanden nur 204 davon eine neue Beschäftigung – deutlich weniger als im Vorjahr.
Die Zahl der Arbeitsaufnahmen lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig weist das AMS auf eine steigende Langzeitarbeitslosigkeit im Bezirk hin.


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