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Kardinal Schönborn „tief erschüttert“ über Missbrauchsfälle in Pflegeheim

Michaela Aichinger, 21.10.2016 09:50

KIRCHSTETTEN/WIEN. Kardinal Christoph Schönborn ist tief erschüttert von den Missbrauchsfällen in einem Pflegeheim (Clementinum) im niederösterreichischen Kirchstetten. Das erklärte Schönborn-Pressesprecher Michael Prüller am Donnerstag gegenüber „Kathpress“.

Kardinal Schönborn fordert „lückenlose Aufklärung“. Foto: BambooBeast/Wikipedia
Kardinal Schönborn fordert „lückenlose Aufklärung“. Foto: BambooBeast/Wikipedia

Der jeweilige Erzbischof von Wien ist „aus historischen Gründen“  Schirmherr der Trägerschaft des Clementinums. Freilich habe Schönborn als Schirmherr keinerlei Einflussmöglichkeiten auf die operativen Tätigkeiten in den einzelnen Heimen, so Prüller.

„Rasch gehandelt“

Ganz im Sinne des Kardinals habe die Heimleitung aber rasch gehandelt und eine lückenlose Aufklärung eingeleitet. Man müsse alles tun, um solche Untaten von vornherein zu verhindern, so Prüller: „Dieser Aufgabe wissen sich alle Träger der Altenpflege verpflichtet, auch und gerade die Kirche.“

Staatsanwaltschaft ermittelt

Nachdem die Heimleitung Anzeige erstattet hat, wurden von der Staatsanwaltschaft St. Pölten gegen mehrere ehemalige Pflegekräfte des Clementinums ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es geht um den Verdacht des Quälens oder Vernachlässigens wehrloser Personen. Der Verdacht war am vergangenen Freitag bekannt geworden und hatte sich am Montag erhärtet, worauf die Heimleitung die vier Beschuldigten fristlos entlassen und Anzeige erstattet hat. Sie sollen pflegebedürftige Menschen beschimpft und grausam behandelt haben. Unter anderem sei einer Frau mit den begleitenden Worten, dass sie stinke, Haarspray ins Gesicht gesprüht worden, auch Kot soll in einen Mund gestopft worden sein. Das niederösterreichische Landeskriminalamt ermittelt.

„Ursachenanalyse“

Es müsse eine Ursachenanalyse vorgenommen werden, wie es trotz Überprüfungen durch die Volksanwaltschaft, die Pflegeaufsicht des Landes und den Verein für Sachwalterschaft und Patientenanwaltschaft sowie interne Sicherheitseinrichtungen in Heimen „dazu kommen konnte“, so der niederösterreichische Pflegeanwalt Gerald Bachinger.


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