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KLAUS. Horst Hunger, Ortsbauernobmann aus Klaus, kennt die Probleme der Landwirte und hat auch eine klare Position zum Thema „Forststraßenöffnung für Mountainbiker“.

Ortsbauernobmann Horst Hunger auf der Weide
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Horst Hunger lebt mit seiner Frau Marlis, den drei Söhnen und den Eltern am Schedlbauerngut. Teile des Gebäudes sind mehr als 1000 Jahre alt. Das Gut war früher eine Mautstelle für die Ruine Klaus und es habe auch einen unterirdischen Gang gegeben, verrät der Landwirt. Schießscharten im Gebäude erinnern an die Vergangenheit.

Heute ist das Schedlbauerngut ein Bio-Milchvieh-Betrieb mit 25 Milchkühen und Nachzucht sowie mit Schwerpunkt Forstwirtschaft, Eigenalm und Eigenjagd. „Jagd, Wald und Landwirtschaft passen gut zusammen. Wenn man das alles selbst macht, findet man einen besseren Ausgleich“, erklärt Horst Hunger. Rund 81 Prozent der Fläche von Klaus ist Wald, so gibt es auch viel Jagd in der Gemeinde. “Mein Vater und meine Onkel gehen oft auf die Pirsch, ich eher weniger. Waldarbeiten, Landwirtschaft und die oft sehr frustrierende Bürokratie nehmen viel Zeit in Anspruch“, erzählt der 50-Jährige.

Lebensfähige Landwirtschaft

Als Ortsbauernobmann setzt sich Horst Hunger dafür ein, dass die Landwirtschaft wieder lebensfähig wird. Von den 25 landwirtschaftlichen Betrieben in Klaus werden nur noch sechs bewirtschaftet. „Leider hören immer mehr Landwirte auf. Jene, die es noch gibt, sind gezwungen zum Beispiel auf Ziegen und Schafe umzustellen oder immer größer zu werden. Wenn man die Produktion nicht steigert, kann man nicht mithalten und muss aufhören. Wir selbst bewirtschaften den Grund von fünf Betrieben mit“, erzählt Hunger, der weiß, „die meisten Landwirte sind schon ziemlich am Limit, was für sie arbeitstechnisch bewältigbar ist. Der Druck ist enorm groß.“

Nebenerwerb schwierig

Wald spiele für die Betriebe als Nebenerwerb eine sehr bedeutende Rolle. „Der Nebenerwerb funktioniert jedoch nur mit zwei Generationen, die Belastung wird sonst zu groß. Man steckt das Geld vom Nebenerwerb in die Landwirtschaft. Letztlich sehen das auch die Kinder und es wird schwierig, sie zum Weitermachen zu motivieren“, erzählt der Ortsbauernobmann.

Thema Forststraßen

Die Forststraßen gesetzlich für Mountainbiker freizugeben hält Horst Hunger für bedenklich: „Ich fordere ein Verständnis der Leute. Es ist schon mehrmals vorgekommen, dass das Gatter auf der Weide offen stand und unsere Tiere auskamen.“ Auch das Argument der Förderung für den Bau von Forststraßen ist für ihn nicht tragbar, denn „50 Prozent der Forststraßen bauen wir ohne Förderung. Für den Rest bekommen wir rund 20 Prozent, welche pauschalierte Betriebe mit der Steuer ohnehin vorher schon bezahlen müssen. Holzarbeiten ist gefährlich und viele ignorieren unsere aufgestellten Tafeln. Wenn etwas passiert, muss ich mich vor Gericht rechtfertigen. Deshalb sind klare Verträge wichtig.“


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