Kinderbuchautorin: Mutmacher-Geschichten aus Kottes
KOTTES. Eben ist ihr neuestes Werk rund um einen kleinen Schmuddelräuber fertig geworden. Mit ihren Mutmachergeschichten möchte Ines Gölß die Kinder nicht nur für das Lesen begeistern, sondern ihnen auch Selbstvertrauen mit auf den Weg geben. Tips hat die Autorin und Illustratorin zuhause in Kottes besucht.

In Kriechenland findet jedes Jahr ein großes Schneckenrennen statt, die kleine Schnecke Ticki hat schon öfters teilgenommen, erreichte bisher aber immer als Letzte das Ziel. Als Ticki dem Zauberer Zippeldapp begegnet, fasst sie neuen Mut, denn seine lustigen Zauberreime stärken in ihr den Glauben an sich selbst...
„Ja, man soll an sich glauben und nicht aufgeben, diese Botschaft liegt mir sehr am Herzen, denn ich habe oft das Gefühl, dass sich viele Kinder zu wenig trauen beziehungsweise, dass ihnen auch zu wenig zugetraut wird“, meint Ines Gölß. Sie darin zu bestärken, dass Träume auch verwirklicht werden können, ist Gölß“ Botschaft, die all ihre Bücher wie ein Roter Faden durchzieht.
Alles was du dir vorstellst, kann zur Wirklichkeit werden, das ist mein Motto und das möchte ich auch mit meinen Büchern ausdrücken. Ines Gölß (Kinderbuchautorin)
Torpedotom -ein Superheld
Torpedotom wird in der Schule immer gehänselt, bis er den Superheldenanzug von seiner Oma bekommt - „zieht er diesen an, dann ist er der Held, es sei dahingestellt, ob der Anzug nun magische Kräfte verleiht oder nicht“, erzählt Gölß von einem weiteren Werk. Auch den Antihelden - Figuren, deren innere Stärke erst auf den zweiten Blick zum Vorschein kommt - räumt sie viel Platz ein, mit der Intention, auch mal vorurteilsfrei auf Andere zuzugehen, um dann vielleicht zu merken, welch großes Potential der- oder diejenige in sich birgt.
Eigene Erfahrungen
In ihren mittlerweile sechs Werken umschreibt sie, vielfach unbewusst, auch viele eigene Erfahrungen. Wie jene vom Weihnachtsfest, wo die Schnecke Ticki den Zauberer hinweist, mal zur Ruhe zu kommen und die Hektik rund um das vermeintlich schönste Fest im Jahr hinter sich zu lassen. Auch Ines Gölß hat Weihnachten in ihrer Kindheit nicht unbedingt in bester Erinnerung - Stress, wohin man schaut, alles sollte perfekt sein, Geschenkewahn „und da soll man entspannt bleiben und gut drauf sein?“, fragt sich Gölß.
Anstatt dessen erachtet die 46-Jährige es als viel wichtiger, Zeit im Kreise seiner Liebsten zu verbringen, auch mal weniger einzukaufen, schließlich müssten ja nicht immer solche Berge gekocht werden.
Lesen als Familienritual
Überhaupt ist das Lesen die perfekte Gelegenheit, um Zeit mit seiner Familie zu verbringen, weiß die fünffache Mama aus eigener Erfahrung. „Wir sind alle miteinander im Bett gesessen und haben uns gegenseitig vorgelesen - auch als die Kinder schon größer waren, das war eine total schöne Zeit“, erinnert sich Ines Gölß gerne zurück. Mit ihren zwei Kleinsten, zehn und sieben Jahre alt, genießt sie das gemeinsame Familienritual nach wie vor. „Es ist das Zusammensein, die Bilder gemeinsam anzusehen, die Stimme von der Mama zu hören - ich glaube, das ist es, was es ausmacht.“
Irgendwann fiel ihr ein kleines liebevoll, gestaltetes Büchlein samt toller Geschichte in die Hände. „Daraufhin habe ich mir gedacht, ich könnte das ja auch und habe drauflos geschrieben.“
Als Illustratorin tätig
Denn die 46-Jährige, gebürtig aus der Oberpfalz (Bayern), hat eine Lehre zur Technischen Zeichnerin in der Tasche und kam vor 25 Jahren der Liebe wegen ins Waldviertel. Das Zeichnen aber hat sie nie ganz losgelassen. Mit viel Liebe zum Detail illustriert sie alle ihre Kinderbücher selbst und erweckt sie mit einem bunten Anstrich zum Leben.
Allerdings gestaltete sich die Suche nach einem Verlag als sehr schwierig. „Anfangs dachte ich mir, die warten auf mich, doch es regnete nur Absagen.“ Sie gab nicht auf und nutzte erstmal eine Self-Publishing-Plattform, um ihr eigenes Buch zu veröffentlichen. Doch wenn kein großer Verlag hinter einem steht, fehlt auch zumeist eine professionelle Vermarktung. Die große Herausforderung ist: „Wie werden die Leute auf mein Buch aufmerksam?“
Nach einem weiteren Verlagswechsel, kam mit der Fortsetzungsreihe der Schnecke Ticki die Sache ins Rollen, erste Lesungen an Schulen, Kindergärten und Büchereien wurden angefragt.
Und so finalisierte sie eben ihr neuestes Werk, die Geschichte rund um Räuber Hauke Rabauke. „Ab sofort ist es über den Kelebek-Verlag erhältlich“, freut sich Ines Gölß.
Hobby weiter ausbauen
Gerne würde sie ihr Hobby zukünftig weiter ausbauen, es eines Tages zum Hauptberuf machen, derzeit arbeitet die fünffache Mama nebenher noch als Energetikerin. „Ich möchte mit meinen Geschichten rund um Freundschaft und Mut die Kinder zum Lesen anregen, ihnen Freude bereiten. Und ich möchte vermitteln, dass jeder einfach perfekt ist, so wie er ist.“


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