Landesgalerie: Ausgrabungsschätze sollen der Öffentlichkeit präsentiert werden
KREMS/ ST. PÖLTEN. Anfang Juni 2016 war der Spatenstich erfolgt, die Eröffnung ist für Sommer 2018 geplant: Am heutigen Dienstag gaben Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), Architekt Bernhard Marte und Künstlerischer Direktor Christian Bauer eine „Zwischenbilanz“ zum Bau der Landesgalerie Niederösterreich in Stein.

Im Februar konnten die Grabungsarbeiten abgeschlossen werden und seither sind die Bauarbeiten auf der Kremser Kunstmeile voll im Gang. Bei den Aushubarbeiten waren Reste einer mittelalterlichen Hafenanlage entdeckt worden. In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt wurden diese Funde (darunter Holzpfähle aus dem Mittelalter, Tongefäße oder Bootsruder) schließlich gesichert. „Diese Funde werden auch öffentlich präsentiert werden“, kündigte Landeshauptmann Erwin Pröll nun am Dienstag bei einem Pressegespräch in St. Pölten an.
Museumsbau kostet 35 Millionen Euro
„Die Landesgalerie nimmt zunehmend Gestalt an und wird eine architektonische Bereicherung sein“, erklärte Pröll. Auch mit Blick auf die archäologischen Funde werde das Museum „zur Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart“. Darüber hinaus habe das Museum aber auch „einen wirtschaftspolitischen Hintergrund“, so der Landeshauptmann weiter. Die Investitionen von rund 35 Millionen sicherten rund 400 bis 420 Arbeitsplätze. Auch „der Kulturtourismus werde beflügelt“. Man erwarte sich einen Besucherzuwachs für die Kunstmeile von derzeit 120.000 auf 160.000 bis 170.000 pro Jahr.
Gebäude auf Umfeld abgestimmt
„Wir freuen uns sehr, Teil dieses sehr ambitionierten Projektes sein zu dürfen“, sagte Architekt Bernhard Marte aus Vorarlberg. Man habe dieses Gebäude „ganz speziell auf diesen wunderbaren Ort abgestimmt“. Und weiter: „Das Gegenüber der mittelalterlichen Funde und des zeitgenössischen Baus finden wir außerordentlich befruchtend.“
„Atem der Gegenwart“
Das Gebäude habe „den Atem der Gegenwart“, meinte der Künstlerische Direktor der Landesgalerie, Christian Bauer: „Dieser Atem der Gegenwart ist auch Dreh- und Angelpunkt des Programms.“ Man werde „aktuelle Fragen stellen“ und diese „werden wir mit Werken aus unterschiedlichen Epochen beantworten“, kündigte er an.
Die Funde im Detail
Erläuterungen zu einzelnen Funden gab Ernst Lauermann von den Landessammlungen Niederösterreich. Unter den Funden befinden sich etwa ein zugespitzter Holzpfahl aus dem Mittelalter, eine römische Münze oder auch ein Tonkrug gotischer Form aus dem 14./15. Jahrhundert.


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