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GNEIXENDORF. Ab 2017 wird in Niederösterreich die Notarztstruktur neu geregelt.  In einem Pilotprojekt wird dabei der Notarzthubschrauber Christophorus 2, stationiert in Gneixendorf (Gemeinde Krems), ab sofort auch in der Nacht in Betrieb sein. Weiters wird die Umstellung auf das sogenannte NEF-System weiter vorangetrieben.

Landesrat Maurice Androsch durfte im neuem Cockpit des Christophorus 2 bereits probesitzen. Foto: SPÖ/Herbert Käfer

„Ab 2017 wird die bisherige Notarztstruktur durch ein neues Pilotprojekt für ganz Niederösterreich, das aber insbesondere auch dem Raum Waldviertel zu Gute kommt, ergänzt. Christophorus 2, stationiert in Gneixendorf, wird in Zukunft rund um die Uhr in Betrieb sein,“ freut sich Landesrat Maurice Androsch (SPÖ).

Möglich mache die Nachtflüge eine Spezial-Brille, die sogenannte Night Vision Goggles, für den Piloten, die mittels einer Phosphor-Linse detaillierte grün-weiße Bilder liefere. Zusätzlich werden die Notarzthubschrauber mit neuen Instrumenten aufgerüstet. „Dieser Pilotbetrieb wird eine wesentliche Verbesserung der notärztlichen Erstversorgung bei Nacht in einem flächenmäßig großen Bundesland, wie Niederösterreich, bedeuten und definitiv eine wesentliche Unterstützung für den bodengebundenen Notarztfahrzeugeinsatzdienst sein,“ so Androsch abschließend.

Österreichweite Regelung macht Umbau notwendig

Bei der Ausschreibung der Notarztversorgung werde Niederösterreich in acht Regionen eingeteilt, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP). Neben den hohen Qualitätskriterien werde dabei auch die notärztliche Versorgung über die Landesgrenzen hinaus festgeschrieben, so Sobotka, der auch betonte. „Rund 400 Mal pro Jahr helfen niederösterreichische Notärzte in anderen Bundesländern aus. Mit einer transparenten Ausschreibung stellen wir sicher, dass auch in Zukunft den Niederösterreichern die beste Versorgung zur Verfügung gestellt wird.“ Im Gegensatz zum Sanitäter führe ein Notarzt weiterführende Behandlungen durch, wie das Verabreichen von Notfallmedikamenten, notfallchirurgische Eingriffe, Schmerztherapie, Narkosen oder Atemwegsmanagement, merkte Sobotka an. Deshalb wird gan Niederösterreich im Jahr 2017 auf das sogenannte NEF-Sytsem umgestellt. Dabei werden Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) eingesetzt, die immer mit einem Notarzt und einem Notfallsanitäter besetzt sind. Dieses System wird, in Kombination mit den Notarzthubschraubern, den klassischen Notarztwagen (NAW) in Zukunft ersetzten.

Die neue, bundesgesetzliche Regelung im Sozialversicherungsrecht habe auch die Rahmenbedingungen für den notärztlichen Dienst in Niederösterreich geändert, berichtete Landesrat Wilfing. Dem werde mit der Ausschreibung der Rettungsdienste nun Rechnung getragen, da die Nebentätigkeit als Notarzt bei einer Rettungsorganisation nicht mehr als Spitals-Dienstzeit zähle, sagte er. „Die niederösterreichischen Kliniken werden auch in Zukunft Notärzte zur Verfügung stellen, wenn das von den Bietern im Rahmen der Ausschreibung gewünscht ist“, so Landesrat Karl Wilfing (ÖVP).

In einem Flächenbundesland wie Niederösterreich seien die Herausforderungen für die Einsatzorganisationen besonders groß, so Androsch. „95 Prozent der Niederösterreicher sollen in längstens 20 Minuten im Notfall versorgt werden. Diesen Parameter möchten wir auch in Zukunft gewährleisten. Im vergangenen Jahr konnte ein durchschnittliches Eintreffen des Notarztes in 12 Minuten 40 Sekunden erreicht werden“, meinte er.


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