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KREMS. Ungewöhnlicher Ort für einen ungewöhnlichen Vortrag: In der Aufbahrungshalle des Kremser Friedhofes erklärte Sterbebegleiter und Buchautor Franz Schmatz, warum der Tod für ihn eine Einladung zum Leben ist.

Ingrid Walzer, Leiterin der Bestattung Krems, bedankte sich bei Franz Schmatz für dessen bewegenden Vortag. Foto: Brandt

Vor dem Tod muss niemand Angst haben, meint Franz Schmatz. Wohl aber vor dem Gedanken, nicht richtig gelebt zu haben. Der Kremser Theologe und Psychotherapeut weiß, wovon er spricht, hat er doch nach eigenen Angaben in den vergangenen 40 Jahren rund 4000 Menschen beim Sterben begleitet, viele davon im Kremser Klinikum. Und nicht wenige beklagten Schmatz zufolge angesichts ihres nahen Todes, über weite Strecken hinweg nicht das Leben geführt zu haben, was sie sich eigentlich gewünscht hätten.

Bewusst leben und genießen

Franz Schmatz appelliert daher an die Gesellschaft, den Tod nicht auszuklammern, sondern ihn vielmehr als eine „Einladung zum Leben“ zu sehen. Konkret meint er damit, das Leben möglichst bewusst zu leben und in vollen Zügen zu genießen. Die Natur mit allen Sinnen zu erfahren zählt für ihn dabei ebenso dazu, wie kulinarische Genüsse oder auch Sexualität.

Name steht schon zu Lebzeiten am Grabstein

„Der Tod gehört zum Leben dazu“, erklärt Franz Schmatz. Er selbst ging sogar soweit, seinen Namen auf dem Familiengrab am Gneixendorfer Friedhof eingravieren zu lassen, um sich dieser Endlichkeit regelmäßig bewusst zu werden. „Der Tod macht uns erst die Kostbarkeit der Lebenszeit bewusst“, so der Referent. Er spricht hier auch aus eigener Erfahrung: Während seiner Studienzeit erkrankte er an Krebs und kämpfte fünf Jahre lang ums Überleben.

Mit Thema offen umgehen

Schmatz appelliert, mit dem Thema Tod offen umzugehen. Jeder Mensch sollte für sich rechtzeitig überlegen, wie er bestattet werden möchte und dies auch seinem Partner mitteilen. Dies würde auch der Beziehung gut tun, denn „viele Ängste sind dann nicht mehr da“.


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