Anrainer in Sorge: Neugestaltung sorgt weiterhin für Aufregung
KREMS. Die Neugestaltung des Südtirolerplatzes sorgt weiterhin für Diskussionen. So sieht die Anrainer-Initiative „Interessengemeinschaft Ensemble Südtirolerplatz“ rechtliche Probleme und fürchtet weiterhin eine Verlegung der Straßenführung. Der Magistrat hingegen spricht von einer korrekten Abwicklung des Verfahrens.

Im Oktober 2014 hatte der Gemeinderat mehrheitlich einen Grundsatzbeschluss gefällt, wonach mit dem Bau einer privatfinanzierten Tiefgarage unter dem Südtirolerplatz auch dessen Oberfläche neu gestaltet werden soll. Seither kämpfen die unmittelbar betroffenen Anrainer gegen eine mögliche Verlegung der Straßenführung hin zu Café Ulrich und dem angrenzenden Parkplatz. Denn sie fürchten sich vor mehr Lärm, Staub und sorgen sich um die Sicherheit der Fußgänger. Über 1250 Unterschriften haben sie gegen eine solche Trassenverlegung gesammelt und der Stadtpolitik überreicht.
Jetzt befürchtet die „Interessengemeinschaft Ensemble Südtirolerplatz“ um Sprecher Norbert Hug, dass ihre Ängste Realität werden könnten. So will man erfahren haben, dass ein Kremser Architekt als Sieger aus dem Gestaltungswettbewerb hervorging, der als einziger die von den Anrainern bekämpfte geänderte Trassenführung in seinem Entwurf berücksichtigt haben soll.
„Das Vergabeverfahren läuft noch, daher kann zum jetzigen Zeitpunkt zu einzelnen Projekten beziehungsweise zum Sieger keine Auskunft gegeben werden“, erklärt Magistrats-Pressesprecherin Doris Denk auf Anfrage. Voraussichtlich Ende August werde das Verfahren abgeschlossen sein. Laut Denk wurde der Standort der Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage von der Stadt fix vorgeben, die Verkehrsführung konnte von den Planern jedoch frei gewählt werden. „Demnach finden sich auch unterschiedliche Lösungsansätze in den eingereichten Projekten.“
Parteienstellung möglich?
Doch die Anrainer sehen auch rechtliche Probleme. Denn die Verlegung einer Gemeindestraße unterliegt dem Landesgesetz, erklärt Andrea Niedermayer, die die Anrainer fachlich berät. Nach ihrer Ansicht müsste die Stadt als Grundeigentümer ein Verfahren einleiten, in dem alle Anrainer Parteienstellung erhalten. „Davon haben wir aber bislang noch nichts gehört“, sagt Norbert Hug.
Magistrat: Verfahren korrekt
„Zur Vorprüfung wurde ein Verkehrssachverständiger des Landes beigezogen, der die grundsätzliche Machbarkeit geprüft hat“, erklärt Magistrats-Pressesprecherin Denk. „Alle weiteren Schritte werden nach den einschlägigen Gesetzen und Materien abgewickelt. Diese wurden noch nicht eingeleitet, weil es noch kein beschlossenes Projekt gibt“, so Denk abschließend.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden